Von null auf 300 km/h in 15,6 Sekunden? Klar, der Mercedes-AMG One schafft das. Er wird bei 352 Sachen elektronisch abgeregelt, den 100er-Sprint erledigt er mit links in 2,9 und den auf 200 in 7,0 Sekunden. Das Langzeit-Projekt der Mercedes-Sporttochter feiert im 55. AMG-Jahr seine Weltpremiere. Standesgemäß beim 'Festival of Speed' in Goodwood (23. bis 26. Juni 2022).
Von null auf 300 km/h in 15,6 Sekunden? Klar, der Mercedes-AMG One schafft das. Er wird bei 352 Sachen elektronisch abgeregelt, den 100er-Sprint erledigt er mit links in 2,9 und den auf 200 in 7,0 Sekunden. Das Langzeit-Projekt der Mercedes-Sporttochter feiert im 55. AMG-Jahr seine Weltpremiere. Standesgemäß beim "Festival of Speed" in Goodwood (23. bis 26. Juni 2022).
Angesichts der Klimakrise, der prognostizierten Sprit-Knappheit und sonstiger globaler Probleme stellt sich bei der Vorstellung eines solch außergewöhnlichen Hypercars wie des One natürlich die Sinnfrage: Braucht es das wirklich?
Klare Antwort: Nein! Aber ganz sachlich-nüchtern kann man sich der krassen Flunder aus Affalterbach zumindest als technikaffiner Mensch nun auch nicht nähern. Denn sie stellt so etwas wie die Grenze des technisch Machbaren dar, ein geniales Stück Feinmechanik und Elektronik, das tatsächlich den Spagat zwischen höchst anspruchsvoller Formel 1-Technik und einer neuen Definition von Alltagstauglichkeit schafft. Der One ist zulassungsfähig wie jedes Normalo-Auto. Und das bei einer Systemleistung von 1.063 PS.
Dafür sorgen ein 1,6 Liter großer Sechszylinder und vier E-Motoren. Ja, der One ist ein Hybrid-Fahrzeug, Mercedes-AMG gibt seine rein elektrische Reichweite mit exakt 18,1 Kilometern an. Man stelle sich das nur mal vor: Am Sonntagmorgen flüsterleise mit dem über 1.000 PS starken Hochleistungsrenner durch die Wohnsiedlung - wenn das nicht sozialverträglich ist. Ebenso der Verbrauch laut WLTP-Norm: Der liegt bei gerade mal 8,7 Litern je 100 Kilometer.
"Der zweisitzige Supersportwagen bringt weltweit erstmals modernste und effizienteste Formel 1-Hybrid-Antriebstechnologie von der Rennstrecke auf die Straße", heißt es aus dem Schwabenland. Bei Mercedes-AMG macht man keinen Hehl daraus, dass beim Projekt One immense technische Herausforderungen zu bewältigen waren - und dass es dabei in den letzten fünf Jahren neben manchen Höhen auch viele Tiefen gab.
"Viele mögen über die Dauer der Entwicklungszeit hinweg gedacht haben, das Projekt wäre unmöglich umzusetzen. Dennoch haben die Teams in Affalterbach und in Großbritannien nie aufgegeben und an sich geglaubt", so Mercedes-AMG-Chef Philipp Schiemer.
Neben dem Formel 1-Hybridantrieb punktet der One auch noch mit jeder Menge weiterer Motorsport-Technologie. Ob Carbon-Monocoque und Carbon-Karosserie, vollvariabler Allradantrieb mit hybrid-angetriebener Hinter- und elektrisch angetriebener Vorderachse mit Torque Vectoring, mittragende Motor/Getriebe-Einheit und aktive Aerodynamik oder aufwendiges Push-Rod-Fahrwerk mit sechs Fahrmodi.
Laut seiner Erschaffer bietet der Neuzugang in Sachen komplexe Technologie sogar noch mehr als ein Formel 1-Rennwagen. Denn wo Letztere vor dem Rennen von einer Schar von Ingenieuren per Laptop in Schwung gebracht werden, reicht beim One-Besitzer ein Druck auf die Start-Taste. Wenn er denn zuvor die Summe von 3,2725 Millionen Euro (inklusive Mehrwertsteuer) an die Affalterbacher überwiesen hat.