Motor

Mietwagen: Die Fallen umgehen

  • Andreas Reiners
  • In MOTOR
  • 13. Juni 2022, 13:11 Uhr
img
mid Groß-Gerau - Bei der Mietwagen-Buchung sollten Verbraucher einige Dinge beachten. Sunny Cars

Bei der Buchung eines Mietwagens lauern Kostenfallen auf den Urlauber. Wie man diese vermeidet und welche Tricks es bei der Buchung sonst noch gibt, verraten die Experten des Versicherers ARAG.


Bei der Buchung eines Mietwagens lauern Kostenfallen auf den Urlauber. Wie man diese vermeidet und welche Tricks es bei der Buchung sonst noch gibt, verraten die Experten des Versicherers ARAG.

Wer in diesen Zeiten einen Mietwagen buchen möchte, sollte nach Möglichkeit direkt beim Auto-Vermieter buchen und nicht über Vermittlungsplattformen suchen. Neben einer Menge Geld muss bei der Suche vor allem Geduld mitgebracht werden. Denn selbst die spärlichen Angebote der Vermieter - ein Resultat verkleinerter Fahrzeugflotten während der Corona-Pandemie - sollten genau verglichen werden. Dabei raten die Experten, vor allem auf im Preis enthaltene Leistungen zu achten, wie z. B. Versicherungsschutz, Kilometerbegrenzung oder Zusatzfahrer. Und genau hinsehen bei Super-Deals, Mega-Offerten und Ultra-Schnäppchen: Oft fehlt es dabei an Extras, die dann teuer dazugebucht werden müssen. Die meisten unvorhergesehenen Aufpreise müssen für Versicherungen, Navigationssysteme, Klimaanlagen und Kindersitze bezahlt werden.

Wer online einen Mietwagen reserviert, habe kein gesetzliches Widerrufsrecht, sagen die Rechtsexperten. Es komme dann auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Vermieters an, ob eine kostenfreie Stornierung möglich ist. Darüber hinaus sollten Urlauber in den AGB auf die so genannte "No-Show" (Nichterscheinen)-Regelung achten, vor allem, wenn sie im Voraus bezahlt haben: Wer am Urlaubsort zu spät an der Mietwagenstation eintrifft, muss damit rechnen, dass der Anbieter die Verspätung als No-Show wertet, die ganze Miete einbehält und das Fahrzeug schon längst weitervermietet hat. Dabei ist es unerheblich, ob die Airline oder ein Dritter für die Verspätung verantwortlich sind.

Wenn es um die Bezahlung geht, raten die Experten zu Anbietern ohne Vorauszahlung. Nach Möglichkeit sollte erst vor Ort bezahlt werden, wenn man den Mietwagen übernimmt.

Vor Ort zu buchen ist zwar oft die etwas preiswertere Alternative; meist lässt sich der Preisunterschied aber durch Frühbucherrabatte ausgleichen, die viele deutsche Anbieter im Programm haben. An beliebten Urlaubsorten kommt es in den Ferien auch oft zu Engpässen. Wer sich darauf verlassen will, dass das Wunschauto auch tatsächlich zur Verfügung steht, sollte den Mietwagen möglichst früh, am besten gleichzeitig mit der Reise, buchen. Am sichersten ist die Buchung in Deutschland. Das ist zwar nicht immer die billigste Lösung, schützt aber vor unliebsamen Überraschungen, die zum Beispiel aus einem unverständlichen Vertrag in einer fremden Sprache resultieren.

Günstige Kaskoversicherungen beinhalten in der Regel einen Selbstbehalt. Liegt dieser bei 500 Euro oder mehr, kann der Urlaub schon bei einem ansonsten harmlosen Auffahrunfall zu Ende sein, weil die Reparaturkosten die Urlaubskasse verschlingen. Die Experten raten daher zu einer etwas teureren Versicherungsvariante mit geringer oder gar keiner Selbstbeteiligung. Um eine doppelte Versicherung zu vermeiden, sollten Inhaber einer Kreditkarte prüfen, ob bereits ein entsprechender Versicherungsschutz über die Karte besteht.

Die Schadenversicherung ist neben der Haftpflichtversicherung obligatorisch. Ob Teil- oder Vollkasko-Police, auch hier raten die Experten zu einem Blick ins Kleingedruckte: Denn Schäden durch Vandalismus, Glasbruch oder am Unterboden sind nicht immer gedeckt.

Tückisch: Viele besonders günstige Versicherungsangebote gelten nur für den Vertragsnehmer als Fahrer. Wer sich auf längeren Strecken mit dem Beifahrer abwechseln möchte, sollte den Versicherungsschutz gegebenenfalls schon bei Vertragsabschluss erweitern.

Normalerweise herrscht die "Full-to-Full-Regelung" beim Tanken: Das Fahrzeug wird vollgetankt angemietet und vollgetankt wieder abgegeben. Wer das verschwitzt, zahlt oft die sehr viel höhere Tankpauschale des Vermieters. Kaufen die Urlauber die erste Tankfüllung vom Autovermieter und können das Auto dann leer zurückzugeben, sollte man zum Ende der Mietperiode gut kalkulieren, wie viele Kilometer man tatsächlich noch fährt. Denn nur selten fährt man den Wagen zur Gänze leer und schenkt so dem Autovermieter einen Teil der Tankfüllung. Die ARAG-Experten empfehlen, zu Beginn der ersten Fahrt unbedingt den Tankfüllstand zu überprüfen und auf dem Protokoll zu vermerken, falls der Tank nicht ganz voll sein sollte. Entsprechend weniger muss bei Rückgabe des Fahrzeugs im Tank sein.

STARTSEITE