Umwelt

Lösungen für mehr Nachhaltigkeit bei der Lebensmittellieferung

  • Redaktion
  • In UMWELT
  • 31. Januar 2023

Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher bestellen Ware im Internet und wünschen sich eine möglichst zügige Lieferung. Untersuchungen zeigen, dass nicht nur Pharmazeutika, Elektronik und Drogerieartikel geordert werden, sondern vor allem auch Lebensmittel. Eine wichtige Frage bei diesem rasanten Wachstum lautet, wie die Branche mit dem Thema Nachhaltigkeit umgeht.

Quick Commerce wächst schnell

Umfragen unter Verbrauchern zeigen, dass 50 Prozent der Befragten zukünftig eine Bestellung über Schnelllieferdienste priorisieren. Mikko Riikkinen, Country Lead Deutschland bei der Crowdshipping-Plattform Shopopop blickt zuversichtlich in die Zukunft: „Der Bereich Schnelllieferdienste soll 2023 laut Prognosen weltweit einen Umsatz von 110 Milliarden Euro erwirtschaften.“ Bis 2027 werden es nach Expertenmeinung sogar knapp 177 Milliarden sein und zudem wird sich bis dahin die Zahl der Quick Commerce Nutzenden auf etwa 789 Millionen erhöhen.
An ein solches Wachstum ist auch immer Verantwortung geknüpft – sei es sozialer oder umweltlicher Natur.

Nachhaltigkeit trotz Wachstum – Herausforderung für den Quick Commerce

Ein schneller Lieferservice verursacht durch die Kurierfahrten ein hohes Maß an CO2-Emissionen. Eine schnelle Lieferung im Rahmen des Quick Commerce muss aber nicht unbedingt umweltschädlich sein.

Dazu sagt Matthias Schu, der auf den Online-Lebensmittelhandel spezialisierte Dozent im Bereich E-Commerce an der Hochschule Luzern: „Bei der Lieferung zeigen neuere Studien, dass diese durch Bündelung der Bestellungen und geschickte Routenplanung der Anbieter wesentlich ökologischer ist, als wenn die Kunden selbst zum Einkaufen fahren. Zudem wird vermehrt auf Auslieferung mit Elektrofahrzeugen gesetzt, um diese noch emissionsärmer zu gestalten.“

Ein wesentlicher Beitrag ist vor allem der Verzicht auf umweltschädliche Kunststoff- bzw. Plastikverpackungen. Gerade bei Lebensmitteln kommen verstärkt Kartonagen aus recyceltem Papier zum Einsatz. Matthias Schu kennt auch hier immer häufiger genutzte Methoden: „Bei der Verpackung der Ware, um diese auf dem Weg zum Kunden optimal zu schützen, wird immer stärker auf Mehrweggebinde und nach der Reinigung wiederverwendbare Kühlelemente gesetzt, um auch hier den Ressourcenverbrauch so weit wie möglich zu reduzieren.“

Shopopop: Crowdshipping als nachhaltige Form der schnellen Lebensmittellieferung

Wie kann Shopopop mit seinem Konzept dafür sorgen, dass das Thema Nachhaltigkeit auch im Bereich der Lebensmittellieferung seinen Platz findet? Im ersten Schritt gelingt dies dadurch, dass sich auf der Plattform des Startups private Auslieferer, Shopper genannt, selbstständig anmelden können.

Die Unternehmen stellen anstehende Lieferungen auf die Website und die Shopper wählen eine in der Nähe zu tätigende oder eine auf ihrem täglichen Weg liegende Lieferung aus. Bis zu sechs regelmäßige Routen lassen sich in der App eintragen. Diese leitet den Auslieferer zum Geschäft, in dem die Bestellung bereitsteht und anschließend zum Kunden. Dort bekommt der Shopper einen Bestätigungscode. Pro ausgeführter Lieferung erhält der Shopper Geld, dass er von seinem App-Geldbeutel auf sein Konto überweisen kann.

Es sind vor allem solche regelmäßigen Fahrten, die für kleine Lieferungen genutzt werden, die eine Ressourcenoptimierung darstellen und für Nachhaltigkeit sorgen. Denn Extra-Fahrten wie beim Quick Commerce sind nicht notwendig. Viele Shopper nutzen für ihre Lieferungen auch nicht das Auto, sondern das Fahrrad oder einen E-Roller, wenn es platztechnisch möglich ist.

Wodurch sich ein Angebot wie das von Shopopop zudem wohltuend von denen des Quick Commerce unterscheidet, ist der persönliche Kontakt zwischen Shopper und Lieferempfänger. Oft handelt es sich um Bekannte aus der Nachbarschaft, an die ausgeliefert wird. Die Plattform ermuntert seine Shopper, sich Zeit für Smalltalk zu nehmen - das ist soziale Verantwortung und damit auch ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit.

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