Im digitalen Zeitalter haben sich die Anforderungen an Marketing-Teams stark verändert. Dabei sind fünf zentrale Kompetenzbereiche entscheidend für den Erfolg von Unternehmen.
Hierbei ist besonders die Bereitschaft zum kontinuierlichen Lernen erforderlich. Viele setzen dabei auf eine geförderte Weiterbildung, um Wissenslücken zu schließen und wettbewerbsfähig zu bleiben.
In den nachfolgenden Abschnitten schauen wir uns die fünf Bereiche, wie Datenanalyse und Performance-Messung, KI-gestützte Automatisierung und kreatives Storytelling genauer an. Denn in diesen Bereichen bewegen sich digitale Marketingexperten an der Schnittstelle von Technologie und Kreativität. Der richtige Umgang mit Marketing-Technologien und die Einhaltung von Datenschutzrichtlinien runden das Kompetenzprofil ab.
Datenanalyse & Performance-Messung
Besonders im Direct Response-Marketing war die Performance-Messung schon immer essenziell. Beispielsweise musste man früher beim Direktmailing schauen, ob 5.000 oder mehr Sendungen zu entsprechenden Verkaufszahlen führten. Das ist im digitalen Marketing nicht anders. Nur die Art und Weise der Performance-Messung unterscheidet sich mittlerweile deutlich. So müssen Marketingexperten heute verstehen, wie sie Nutzerverhalten auf Websites und Apps tracken, die Customer Journey nachvollziehen und den Erfolg ihrer Kampagnen in Zahlen fassen können (Stichwort: KPIs).
Dafür kommen Tools wie Google Analytics, Google Search Console, Google Tag Manager, Facebook Insights, CRM-Systeme und viele weitere Tools je nach Art der Kampagne, Ziele und Marketingplattform zum Einsatz. Mit ihrer Hilfe können Klicks, Conversions und Kundenbewegungen erfasst werden. Die Datenerfassung ist eine Sache, doch die richtige Interpretation der gleichen ist eine andere. Besonders herausfordernd ist hierbei, aus der Datenmenge die relevanten Informationen herauszufiltern und darauf basierend die richtigen Entscheidungen zu treffen. Aus diesem Grund sollten digitale Marketing-Teams auch mindestens Grundkenntnisse in Statistik und Datenvisualisierung mitbringen. Übersieht man statistische Vertrauensniveaus, kann es geschehen, dass eine Kampagne, die eigentlich erfolgreich sein würde, zu früh gestoppt wird.
KI & Automatisierung
Marketing-Teams können heute intelligente Systeme nutzen, die Kundendaten analysieren und Vorhersagen über Kaufverhalten treffen. Ein weiterer Anwendungsfall sind KI-gestützte Chatbots, die Kundenfragen rund um die Uhr beantworten. Diese Tools können ebenso bei der Erstellung von Texten, Bildern und Videos helfen. Im Bereich des E-Mailmarketings kann mittlerweile sehr differenziert automatisiert werden. E-Mail-Listen können segmentiert und je nach Verhalten unterschiedliche E-Mail-Nachrichten gesendet werden (z.B. Abonnenten, die klicken und solche, die bisher die E-Mail nur geöffnet haben).
In diesem Bereich ist die größte Herausforderung ein Gleichgewicht zwischen automatisierten Prozessen und menschlicher Kreativität und Empathie Fähigkeit zu finden. KI kann zwar unterstützen, aber die strategische Ausrichtung und emotionale Verbindung zur Zielgruppe bleibt Menschensache.
Content-Erstellung & Storytelling
„Die Leute denken nicht darüber nach, was sie fühlen, sie fühlen nicht, was sie denken, sie sagen nicht, was sie denken, und sie tun nicht, was sie sagen.” Dieser Satz ist von David Ogilvy, einem der einflussreichsten Werbefachleute des 20. Jahrhunderts und er beschreibt bereits den Grund, warum trotz aller technischen Entwicklungen KI auch langfristig einen schweren Stand haben wird, Zielgruppen mit den richtigen Botschaften zum Handeln zu bewegen. Letztlich entscheidet die Qualität der Inhalte darüber, ob Marken ihre Zielgruppen erreichen und begeistern können.
Mit gutem Storytelling kann eine emotionale Verbindung zwischen Produkt und Kunde geschaffen werden und bleibt so besser im Gedächtnis. Daher müssen Marketingfachleute heute Geschichten für verschiedene Formate entwickeln können – von kurzen Social-Media-Beiträgen bis zu ausführlichen Blog-Artikeln, Videos, Podcasts oder Werbetexten, die Produkte und Dienstleistungen direkt verkaufen. Bei der Erstellung dieser Inhalte geht es nicht nur um Kreativität, sondern auch um strategisches Denken – jeder Inhalt sollte zur Gesamtstrategie des Unternehmens beitragen.
MarTech-Stack-Management
Beim MarTech-Stack-Management geht es um die Auswahl und Verknüpfung digitaler Marketing-Tools zu einem funktionierenden Gesamtsystem. Die Herausforderung dabei? Es müssen nicht nur die richtigen Tools gefunden, sondern auch so verbunden werden, dass Daten nahtlos zwischen ihnen fließen können. Wie sieht ein typischer MarTech-Stack aus? Er umfasst Systeme für Kundendaten, Content-Management, E-Mail-Marketing, Social Media und Analytics.
Hierbei müssen Marketing-Teams verstehen, welche Technologien ihre Strategie unterstützen und wie diese zusammenspielen. Dabei sollten die Tools nicht einfach nach den neuesten Trends, sondern nach ihrem tatsächlichen Nutzen ausgewählt werden. Die Integration verschiedener Plattformen erfordert oft technisches Verständnis und die Fähigkeit, mit IT-Teams zusammenzuarbeiten.
Datenschutz & Compliance
Marketingfachleute müssen heute genau verstehen, welche Daten sie sammeln dürfen und wie diese geschützt werden. Das ist besonders seit der Einführung der DSGVO in Europa und ähnlicher Gesetze weltweit der Fall. Hierbei sind Cookie-Hinweise auf Websites nur die sichtbarste Spitze komplexer Anforderungen.
Des Weiteren müssen Marketing-Teams die Einwilligungen der Nutzer korrekt einholen und dokumentieren. Auch zwingt der Wegfall von Drittanbieter-Cookies Unternehmen, neue Strategien für personalisierte Werbung zu entwickeln, die auf eigenen Daten basieren.
Wie wir in den vorangegangenen Abschnitten sehen konnten, sind digitale Marketingkompetenzen breit gefächert und viele Arbeitssuchende oder Berufstätige können sich eine Umschulung vom Arbeitsamt fördern lassen, um in dieser zukunftsträchtigen Branche Fuß zu fassen oder ihre Karriere voranzutreiben.
