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Das erste Quartal 2025 verzeichnet Rückgang der Steuereinnahmen aus der deutschen Glücksspielbranche

  • WM-Redaktion
  • In FINANZEN
  • 11. Juni 2025
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Das erste Quartal 2025 verzeichnet Rückgang der Steuereinnahmen aus der deutschen Glücksspielbranche

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Die Entwicklungen innerhalb und rund um die deutsche Glücksspielbranche haben in den letzten Jahren für eine Menge an Schlagzeilen gesorgt. Auch weiterhin sieht sich die Branche mit einer Vielzahl an Herausforderungen konfrontiert. Denn nun wurde zudem für das erste Quartal 2025 ein Rückgang hinsichtlich der Steuereinnahmen aus dem Sektor der deutschen Glücksspielbranche um 2 % im Vergleich zu den Einnahmen aus dem Jahr 2024 festgestellt. Woher rührt dieser Abwärtstrend und was bedeutet diese Entwicklung für die Branche, die Spieler sowie die zuständigen Behörden?

Die Steuereinnahmen der deutschen Glücksspielbranche aus dem ersten Quartal dieses Jahres belaufen sich auf € 639,8 Millionen. Ein beachtlicher Betrag, welcher jedoch im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von 2 % bedeutet. Experten haben es sich zur Aufgabe gemacht, herauszufinden, welche Faktoren diesen Abwärtstrend befeuern und an welchen Stellen angesetzt werden kann, um diesen Trend umzukehren. Im Fokus liegen Regulierungen, wirtschaftliche Faktoren als auch gesellschaftliche Entwicklungen. Sollten Sie beruflich in der Branche tätig sein, so kann dieser Artikel Ihnen Aufschluss darüber geben, welche Maßnahmen in Hinsicht auf Regulierungen, die Lizenzvergabe und den Spielerschutz auf Sie zukommen könnten. 

Stellen Bonusmodelle einen Faktor für die Steuereinbußen dar?

In Folge der Regulierungen, welche durch den Glücksspielstaatsvertrag aus dem Jahr 2021 eingeführt wurden, ziehen mehr und mehr Betreiber von legalen Online Casino Portalen in Betracht, die Neukundengewinnung durch das Angebot von Bonusaktionen anzukurbeln. Bonusangebote wie der 20 Euro Casino Bonus ohne Einzahlung sowie Freispiele sind unter Spielern besonders beliebt. Deutsche Spieler nutzen vermehrt Online Plattformen, welche Online Casino Portale miteinander vergleichen, um die attraktivsten Bonusangebote legaler Betreiber zu finden. Für die Betreiber gestaltet es sich jedoch in vielen Fällen unwirtschaftlich, Spielern solche Boni bereitzustellen. 

Ein solches Bonusangebot soll in erster Linie zu einer langfristigen Bindung von Neukunden führen. Jedoch werden diese Promotionen vermehrt nur einmalig genutzt, auf Kosten des Betreibers gespielt und das Portal gewechselt.      

Es kommen Fragen hinsichtlich der Regulierungen auf 

In Deutschland wurde die Steuerpflicht auf Online Dienstleistungen ausgedehnt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass auch tatsächlich alle Gelder dahin fließen, wohin sie sollten. Denn nur, wenn ein Online Casino Portal eine deutsche Lizenz besitzt und somit legal in Deutschland operieren darf, zahlt diese Steuern an den Staat.    

Jedoch haben zahlreiche in Deutschland legale Anbieter ihren Sitz im Ausland oder operieren auf einem hybriden Geschäftsmodell. Aus diesem Grund gestaltet es sich mitunter schwierig, genaue Zahlen hinsichtlich der Steuereinnahmen zu erfassen. 

Ist ein Steuerrückgang von 2 % ein ernstzunehmendes Warnsignal?

Auf den ersten Blick scheint ein Rückgang von lediglich 2 % kein großes Problem darzustellen. Betrachtet man diesen Rückgang jedoch auf einer analytischen Basis und anhand von historischen Daten, so wird schnell klar, welche Auswirkungen damit verbunden sind. In den vergangenen Jahren nach der Verabschiedung des Glücksspielstaatsvertrags aus dem Jahr 2021 verzeichnete die Glücksspielbranche in Deutschland ein konstantes Wachstum in allen Bereichen. 

Es ist das erste Mal seit der Einführung der neuen Regulierungen, dass sich ein negativer Trend bemerkbar macht. Wirft man einen genauen Blick auf die Online Glücksspielbranche, so manifestiert sich dieser negative Trend besonders in den Segmenten der Online Slots und im Bereich der Online Sportwetten. Im Vergleich zum ersten Quartal 2024 sind die Einnahmen aus Online Slots um 3,5 % gesunken, während der Rückgang bei Sportwetten 1,8 % betrug. Besonders stark betroffen sind hier kleinere Anbieter, welchen es schwerer fällt, die komplexen steuerlichen und regulatorischen Anforderungen des Glücksspielstaatsvertrags aus dem Jahr 2021 zu erfüllen.

Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass diese zwei Segmente in der Vergangenheit als die ernstzunehmenden Wachstumstreiber der deutschen Glücksspielbranche galten.  

Illegale Angebote befeuern den Abwärtstrend und legale Betreiber sind unter Druck

Experten und Analysten sind sich darüber einig, dass sich das Verhalten hinsichtlich des Spielens in Deutschland verändert hat. Deutsche Spieler werden durch vielversprechende Boni und irreführende Webseiten auf die Portale illegaler Online Casinos gelockt. Durch diese Tatsache gehen dem Staat laut einer Statistik knapp 50 % der Steuereinnahmen, welche durch Einsätze aus Deutschland generiert werden, verloren. 

Für Betreiber, welche eine gültige Lizenz aufweisen können und legal in Deutschland operieren, bedeutet der Rückgang hinsichtlich der Steuereinnahmen einen doppelten Druck.Auf der einen Seite fehlt dem Staat Geld, welches für die Überwachung des Marktes, den Spielerschutz und die Suchthilfe dringend benötigt wird. Auf der anderen Seite steigt der wirtschaftliche Druck auf die Betreiber selbst. 

Damit legale operierende Betreiber ihre Marktstellung sichern können, werden diese teilweise dazu gezwungen, ihre derzeitigen Geschäftsmodelle zu überdenken und anzupassen. So etwa durch eine Reduzierung von Auszahlungsquoten oder noch strengere Bedingungen hinsichtlich der Bonusangebote. Dies könnte letztlich zu einem schlechteren Spielerlebnis führen und sich kontraproduktiv auf die legale deutsche Glücksspielbranche auswirken. 

So könnte der Staat auf den Abwärtstrend reagieren

Zahlreiche deutsche Politiker aus den unterschiedlichsten Bundesländern fordern eine Umgestaltung der geltenden Regulierungen hinsichtlich der Glücksspielsteuer in Deutschland. Sie sind der Meinung, dass die Pauschalbesteuerung der deutschen Glücksspielbranche einer Reform bedarf, denn diese gestalte sich in der heutigen Zeit unwirtschaftlich und ineffizient. 

Der Lösungsansatz liegt in einer Form der Besteuerung, welche sich nach Segment und Spielart unterschiedlich gestaltet. Auch das Risikopotenzial und die Höhe der Einsätze sollen berücksichtigt werden.

Der Rückgang der Glücksspielsteuereinnahmen signalisiert sofortigen Handlungsbedarf 

Deutschland muss besser gegen das illegale Glücksspiel vorgehen und gleichzeitig Steuereinbußen umkehren. Um diese Ziele zu erreichen, müssen Regulierungen, Technik und Steuerregelungen eine Symbiose eingehen, welche sich effizient gestaltet. Die Steuereinbußen belegen den Ernst der Lage. Es ist an der Zeit für grundlegende Veränderungen, um gemeinsam einen fairen und sicheren deutschen Glücksspielmarkt zu schaffen.

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