Zum Jahresbeginn hat der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj die Neubesetzung mehrere Positionen in seinem Kabinett angekündigt. Auf seien Wunsch solle der bisherige Digitalminister künftig das Verteidigungsministerium leiten.
Zum Jahresbeginn hat der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj die Neubesetzung mehrerer Spitzenpositionen in seinem Regierungsteam veranlasst. Der Drohnen-Experte und bisherige Digitalminister Mychailo Fedorow werde künftig das Verteidigungsministerium leiten, sagte Selenskyj am Freitag. Der bisherige Inhaber des Postens, Denys Schmyhal, solle neuer Energieminister werden. In Kiew kamen am Samstag derweil die Sicherheitsberater der Länder der sogenannten Koalition der Willigen zu Beratungen zur weiteren Unterstützung der Ukraine zusammen.
Selenskyj begründete den geplanten Ministerwechsel nicht. Er lobte den 34-jährigen Fedorow jedoch dafür, dass er sich viel mit Drohnen beschäftigt habe "und sehr effektiv an der Digitalisierung der öffentlichen Dienstleistungen und Verfahren arbeitet". Der bisherige Verteidigungsminister Schmyhal war früher Ministerpräsident. Im Juli war er auf diesem Posten von Julia Swyrydenko abgelöst worden und hatte das Verteidigungsressort übernommen.
Selenskyj erklärte am Samstag im Onlinedienst X, er hoffe, dass Schmyhal seinen "systematischen" Ansatz aus der Zeit als Verteidigungsminister im Energieministerium nutzen werde. "Ich zähle auf die Unterstützung des Parlaments", fügte Selenskyj hinzu. Die Ernennung der neuen Minister erfordert die Zustimmung des Parlaments, die jedoch als sicher gilt.
Die Wechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums und des Energieministeriums sind nicht die einzigen Neubesetzungen im Regierungsteam, die Selenskyj zum Jahresbeginn vornahm. So wird der bisherige Militärgeheimdienstchef Kyrylo Budanow Leiter des Präsidialamts. Der Vorgänger im Amt, Andrij Jermak, war Ende November wegen Korruptionsverdachts zurückgetreten.
Budanow war seit 2020 Chef des Militärgeheimdienstes. Dem 39-Jährigen werden eine Reihe gewagter Militäreinsätze gegen Russland zugeschrieben. Er hatte selbst an mehreren dieser Einsätze teilgenommen und wurde auch verletzt.
Die Ukraine steht in ihrem Abwehrkampf gegen die russischen Streitkräfte seit Monaten unter wachsendem Druck. Laut einer Datenanalyse des US-Instituts für Kriegsstudien (ISW) erzielte die russische Armee 2025 so große Geländegewinne wie seit dem ersten Kriegsjahr 2022 nicht mehr.
Am Samstagvormittag kamen Delegationen der europäischen Verbündeten der Ukraine sowie der Nato zu Beratungen in Kiew zusammen. "Sicherheitsberater aus europäischen Ländern sind in Kiew eingetroffen", schrieb der ukrainische Verhandlungsführer Rustem Umerow im Onlinedienst Telegram. Es stehe "ein arbeitsreicher Tag" bevor mit Beratungen zu Sicherheits- und Wirtschaftsfragen und der Abstimmung weiterer Schritte mit den Verbündeten.
In der kommenden Woche will Selenskyj in Frankreich mit Spitzenvertretern von Partnerstaaten der Ukraine zusammenkommen. Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit fast vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. Seit Monaten laufen intensive diplomatische Bemühungen zur Beendigung des Krieges.
