Gesundheit

"Niedrigster Stand seit fast 50 Jahren": Zahl der Apotheken 2025 weiter gesunken

  • AFP
  • In POLITIK
  • 13. Januar 2026, 15:17 Uhr
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Apotheke in Berlin Bild: AFP

Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist im vergangenen Jahr weiter gesunken. Wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) mitteilte, gab es zum Jahresende noch bundesweit 16.601 Apotheken. Das waren 2,6 Prozent weniger als Ende 2024.

Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist im vergangenen Jahr weiter gesunken. Wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) am Dienstag mitteilte, verringerte sie sich bis Ende 2025 um 2,6 Prozent auf bundesweit noch 16.601 Apotheken. Dies sei "der niedrigste Stand an Apotheken seit fast 50 Jahren". Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) wies aber den Vorwurf eines wirtschaftlich begründeten "Apothekensterbens" zurück.

Der Apothekerverband machte für die Entwicklung unzureichende Kostenerstattungen verantwortlich. Seit der Umstellung auf das fixe Packungshonorar für Arzneimittel vor 22 Jahren habe es im Jahr 2013 nur einmal eine Erhöhung der Beträge gegeben. "Dieser Stillstand hat zur Folge, dass seit 2013 jede fünfte Apotheke schließen musste", hieß es. Damals habe es noch 20.662 Apotheken in Deutschland gegeben und damit 4061 mehr als heute.

"Das ist eine gefährliche Entwicklung, denn die Resilienz unserer Arzneimittel- und Gesundheitsversorgung wird mit jeder Apothekenschließung weiter geschwächt", erklärte ABDA-Präsident Thomas Preis. Durch den Wegfall von Apotheken müssten immer mehr Menschen "weitere Wege bis zur nächsten Apotheke zurücklegen".

Angesichts von Kostensteigerungen und fehlender Anhebung der Erstattung sei für viele Apotheken "ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb nicht mehr darstellbar", sagte Preis weiter. Er forderte die Bundesregierung zum Handeln auf.

Union und SPD haben sich im Koalitionsvertrag bereits darauf verständigt, das fixe Apothekenhonorar pro Medikamentenpackung einmalig auf 9,50 Euro zu erhöhen. Preis kritisierte es vor dem Hintergrund von Apothekenschließungen als "vollkommen unverständlich", dass dies bisher nicht umgesetzt wurde.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) widersprach den Angaben zur schwierigen Wirtschaftslage der Apotheker. "Bei genauer Betrachtung ist die wirtschaftliche Situation der Apothekeneigentümer insgesamt ziemlich gut", sagte der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz, der Nachrichtenagentur AFP. "Da ein Teil der Apothekenvergütung an den Medikamentenpreisen hängt, steigt auch die Vergütung der Apotheken laufend an." Damit erhöhe sich auch deren Umsatz "Jahr für Jahr".

Mit Blick auf die sinkende Zahl der Apotheken und die Versorgungslage verwies Lanz auf andere Faktoren: "Trotz der Konkurrenz durch die Versandapotheken arbeiten so viele Menschen wie noch nie in den Apotheken", sagte er. Die Zahl der Beschäftigten sei von 139.000 im Jahr 2005 auf 162.000 im Jahr 2024 gestiegen. Damit sei auch die Versorgung "nicht weniger geworden, sondern hat sich durch die Entscheidung der Apothekeninhaber auf weniger Standorte konzentriert".

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