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Stabilität der weltweiten Arbeitsmärkte laut UN-Bericht "fragil"

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Ein Arbeiter reinigt Kühlturm-Leitungen in Karachi Bild: AFP

Die globalen Arbeitsmärkte haben die jüngsten wirtschaftlichen Schocks nach UN-Einschätzung besser als erwartet überstanden. Dies dürfe jedoch nicht über einen gravierenden Mangel an menschenwürdigen Arbeitsplätzen hinwegtäuschen.

Die globalen Arbeitsmärkte haben die jüngsten wirtschaftlichen Schocks nach Einschätzung der Internationale Arbeitsorganisation (ILO)  besser als erwartet überstanden und bleiben 2026 voraussichtlich stabil. Dies dürfe jedoch nicht über einen gravierenden Mangel an menschenwürdigen Arbeitsplätzen hinwegtäuschen, warnte die Sonderorganisation der Vereinten Nationen am Mittwoch in Genf. Zudem wies die ILO auf Risiken im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz (KI) und den aktuellen Handelsspannungen hin.

Grundsätzlich erwartet die ILO in ihrem aktuellen Bericht, dass die Arbeitslosigkeit global betrachtet in diesem Jahr bei 4,9 Prozent und damit auf ähnlichem Niveau wie in den Vorjahren bleibt. Dies entspricht rund 186 Millionen Menschen ohne Arbeit. 

Allerdings hätten die Bemühungen zur Verbesserung der globalen Arbeitsplatzqualität zuletzt stagniert, wodurch Hunderte Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Armut leben müssten, fügte die ILO hinzu. Außerdem drohten die Unsicherheiten im internationalen Handel die Löhne zu schmälern.

"Die globalen Arbeitsmärkte scheinen stabil zu sein, aber diese Stabilität ist ziemlich fragil", erklärte ILO-Forschungsleiterin Caroline Fredrickson. Die "scheinbare Ruhe" verschleiere "tiefere und ungelöste Probleme", warnte sie.

Modellrechnungen der ILO zufolge könnte ein weiterer Anstieg der handelspolitischen Unsicherheit die Löhne für Fach- und Hilfskräfte in allen Sektoren senken, insbesondere in Teilen Asiens und in Europa. Auch das Potenzial des Handels zur Schaffung neuer Arbeitsplätze werde beeinträchtigt, erklärte die Arbeitsorganisation und wies darauf hin, dass 2024 weltweit 465 Millionen Arbeitsplätze von der Nachfrage aus dem Ausland nach Waren und Dienstleistungen sowie den damit verbundenen Lieferketten abhingen.

Mit Sorge blickt die ILO auch auf die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen, die dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr 12,4 Prozent erreichte. Verschärft werden könne die Lage hier durch Automatisierung und KI - insbesondere für gut ausgebildete junge Menschen in wohlhabenderen Ländern, "die ihren ersten hochqualifizierten Arbeitsplatz suchen".

Obwohl die vollständigen Auswirkungen von KI auf die Beschäftigung junger Menschen noch ungewiss seien, rechtfertige das potenzielle Ausmaß eine "genaue Beobachtung", hob die ILO hervor. Zudem wies sie auf "tief verwurzelte geschlechtsspezifische Ungleichheiten" hin: Frauen machen demnach nach wie vor nur zwei Fünftel der weltweiten Beschäftigung aus. "Stabile Arbeitsmärkte sind nicht unbedingt gesund", erklärte Fredrickson. Nötig seien "innenpolitische Entscheidungen zur Stärkung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen".

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