Justiz

USA: Polizist von Vorwurf des fehlenden Eingreifens bei Schusswaffenangriff freigesprochen

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Gedenken an die Opfer des Schusswaffenangriffs Bild: AFP

Ein US-Geschworenengericht hat einen ehemaligen Polizisten vom Vorwurf des fehlenden Eingreifens bei einem Schusswaffenangriff auf eine Grundschule im US-Bundesstaat Texas im Jahr 2022 freigesprochen. Familienangehörige der Opfer reagierten empört.

Ein US-Geschworenengericht hat einen ehemaligen Polizisten vom Vorwurf des fehlenden Eingreifens bei einem Schusswaffenangriff auf eine Grundschule im US-Bundesstaat Texas im Jahr 2022 freigesprochen. Nach mehrstündiger Beratung der Geschworenen wurde der ehemalige Polizist des Schulbezirks, Adrian Gonzales, am Mittwoch (Ortszeit) in allen 29 Fällen von Kindesgefährdung freigesprochen - für die 19 Kinder, die bei dem Angriff in Uvalde starben, und die zehn Überlebenden. Familienangehörige der Opfer reagierten empört auf den Freispruch. 

Ein Jugendlicher hatte im Mai 2022 in der Robb Elementary School 19 Grundschüler und zwei Lehrer erschossen. Es war der schlimmste Schusswaffenangriff an einer US-Schule seit einem Jahrzehnt. Gonzales wurde vorgeworfen, dass es ihm nicht gelungen sei, den Schützen abzulenken oder aufzuhalten, nachdem er Schüsse gehört hatte.

"Sie haben die Kinder erneut im Stich gelassen", sagte Javier Cazares, der Vater eines bei dem Angriff getöteten Kindes, vor Journalisten. "Ich bin seit dem ersten Tag emotional am Boden zerstört und noch einmal mussten wir uns auf das Schlimmste gefasst machen", sagte er.

Der Polizei waren in der Folge des Angriffs ebenfalls schwere Versäumnisse vorgeworfen worden. Das US-Justizministerium veröffentlichte dazu im Januar 2024 einen vernichtenden Bericht, in dem von "gravierendem Versagen" die Rede war. Für Empörung sorgte, dass nach Beginn des Angriffs mehr als ein Dutzend Beamte über eine Stunde lang vor den Klassenzimmern gewartet hatten, in denen die Schüsse fielen. Die Beamte unternahmen nichts, während sich in der Schule tote oder sterbende Kinder befanden. Schließlich erschossen die Polizisten den Schützen.

Auch der ehemalige Polizeichef im US-Bundesstaat Texas, Pete Arredondo, muss sich vor Gericht verantworten. Er plädierte auf nicht schuldig.

Die USA werden immer wieder von Schusswaffenangriffen an Schulen erschüttert. Etwa ein Drittel der Erwachsenen im Land besitzt eine Feuerwaffe, selbst für schlagkräftige Sturmgewehre sind die Vorschriften lax.

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