Nach jahrelangen Ermittlungen und einem zweijährigen Auslieferungsverfahren aus Costa Rica muss sich in Bamberg ein mutmaßlicher Betrüger vor Gericht verantworten. Er soll als Kopf einer Bande deutsche Anleger um 4,5 Millionen Euro geprellt haben.
Nach jahrelangen Ermittlungen und einem zweijährigen Auslieferungsverfahren aus Costa Rica muss sich ab Mitte Februar in Bamberg ein mutmaßlicher Millionenbetrüger vor Gericht verantworten. Der 42-Jährige soll als Kopf einer Betrügerbande deutsche Anleger um 4,5 Millionen Euro geprellt haben, wie die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg am Freitag mitteilte. Die Bande soll aus Pristina im Kosovo heraus betrügerische Tradingplattformen betrieben haben.
Die Ankläger werfen dem Verdächtigen vor, die Bande aufgebaut und aus dem Hintergrund von 2017 bis 2021 die wesentlichen strategischen Entscheidungen getroffen zu haben. Ihm wird deshalb gewerbs- und bandenmäßiger Betrug vorgeworfen. Der Mann wurde im August 2023 in Costa Rica festgenommen, nach Deutschland ausgeliefert wurde er im vergangenen Oktober. Er sitzt seitdem ununterbrochen in Untersuchungshaft.
Weltweit soll seine Bande mindestens 21 Millionen Euro durch Betrug erzielt haben, der Angeklagte soll persönlich mindestens sechs Millionen Euro kassiert haben. Bei den Ermittlungen wurden Vermögenswerte des Tatverdächtigen in Millionenhöhe beschlagnahmt, darunter seine Privatvilla.
In dem Tatkomplex wurden den Angaben zufolge bereits sieben Mitarbeiter von Callcentern der Gruppe zu Haftstrafen zwischen 16 Monaten und vier Jahren verurteilt. Fünf bereits verurteilte führende Köpfe erhielten Strafen zwischen zwei Jahren und fünfeinhalb Jahren Gefängnis.
