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Inflation zieht im Januar an: Verbraucherpreise steigen um 2,1 Prozent

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Waren in einem Einkaufswagen Bild: AFP

Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im Januar nach vorläufigen Daten wieder stärker gestiegen. Das Statistische Bundesamt taxierte die Teuerungsquote im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 2,1 Prozent - nach 1,8 Prozent im Dezember.

Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im Januar wieder stärker gestiegen. Die Inflationsrate kletterte im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Im Dezember hatte die Teuerung noch bei 1,8 Prozent gelegen. Analysten erklärten den Sprung vor allem mit dem starken Anstieg der Kraftstoffpreise.

Ökonomin Stephanie Schoenwald von der Förderbank KfW erklärte, unter anderem seien die teureren Lebensmittel Grund für die Inflation im Januar. Nahrungsmittel waren im Januar im Jahresvergleich um 2,1 Prozent teurer, wie das Statistikamt mitteilte. Im Dezember hatte der Anstieg dagegen bei nur 0,8 Prozent gelegen.

Ein weiterer Treiber für die Inflation waren wie in den Vormonaten die Dienstleistungen. Hier legten die Preise im Januar um 3,2 Prozent zu. Im Oktober, November und Dezember waren sie aber sogar um jeweils 3,5 Prozent gestiegen. ING-Analyst Carsten Brzeski verwies hier auf die stark gestiegenen Gesundheitskosten.

Die Preise für Energie dagegen sanken im Januar um 1,7 Prozent im Vorjahresvergleich und damit deutlich stärker als im Dezember. Im Vormonat hatte der Rückgang 1,3 Prozent betragen.

Im Monatsvergleich allerdings waren den Analysten zufolge die stark gestiegenen Kraftstoffpreise für den vergleichsweise starken Anstieg der Inflation verantwortlich. "Geopolitische Spannungen ließen den Rohölpreis seit Ende Dezember um rund 15 Prozent steigen", erläuterte KfW-Analystin Schoenwald. Zusammen mit der Anhebung des CO2-Preises zu Jahresbeginn habe sich dies merklich auf die Kraftstoffkosten ausgewirkt. 

Die Geldpolitik-Expertin des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Silke Tober, betonte, die Kraftstoffpreise seien seit Dezember "mehr als doppelt so stark gestiegen, wie es allein durch den CO2-Preis zu erwarten wäre". Grund dafür: Die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran hätten die Rohölpreise deutlich nach oben getrieben. 

Der Preis pro Tonne ausgestoßenes CO2 durch die Verbrennung von Heizöl, Erdgas, Diesel und Benzin war zum 1. Januar von 55 auf 65 Euro pro Tonne gestiegen. Die Preise für Benzin und Diesel stiegen in der Folge laut Bundeskartellamt "sprunghaft" an, im Schnitt um neun Cent pro Liter. Preisdämpfend wirkten sich dagegen die Senkung der Netzentgelte und die Absenkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie aus.

ING-Analyst Brzeski erwartet in den kommenden Monaten eine "um die Zwei-Prozent-Marke" schwankende Inflationsrate. Dämpfend auf die Verbraucherpreise dürften demnach der stärkere Euro wirken, ebenso "Unternehmen, die Produkte zu Dumpingpreisen aus den USA nach Europa umleiten". Die Inflationsrate antreiben dürften demnach "längerfristig" die Konjunkturpakete der Bundesregierung. 

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