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Straßenbahnen in Berlin fahren trotz Streiks - um Oberleitungen freizuhalten

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In Berlin fahren am Montag trotz des Warnstreiks der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi einige Straßenbahnen. Fahrgäste werden die Bahnen allerdings nicht befördern, die Türen bleiben zu, wie Serat Canyurt von Verdi am Samstag sagte. Grund für die Fahrten sind die Oberleitungen in der Hauptstadt, die zuvor in tagelanger Arbeit vom Eis befreit worden waren. "Wir wollen gewährleisten, dass die Straßenbahn  am nächsten Tag wieder fahren", sagte Canyurt. 

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) hatten kritisiert, der Warnstreik sei "besonders angesichts der aktuellen Extremwetterlage und der weiterhin bestehenden Herausforderungen - vor allem im Straßenbahnbetrieb - problematisch". Viele Mitarbeitende hätten "rund um die Uhr daran gearbeitet, vereiste Oberleitungen zu enteisen". Würden sie bei der angekündigten Wetterlage nicht regelmäßig befahren, könne es zur Wiedervereisung kommen - und damit zu weiteren Einschränkungen für die Fahrgäste. 

Verdi-Vertreter Canyurt sagte, die BVG sei auf Verdi zugekommen, "wir sind zusammengekommen und haben beraten, was man machen kann". Der Streik sei wichtig, "aber trotzdem soll der Betrieb am nächsten Tag weitergehen". 

Verdi hat für Montag bundesweit zu Streiks im kommunalen Nahverkehr aufgerufen. Betroffen sind nach Gewerkschaftsangaben 150 städtische Verkehrsunternehmen und Busbetriebe der Landkreise sowie in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. 

In den seit November laufenden Verhandlungen, die in allen 16 Bundesländern meist mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden (KAV) geführt werden, fordert Verdi deutlich bessere Arbeitsbedingungen im kommunalen Nahverkehr, etwa durch Verkürzung der Wochenarbeitszeit und der Schichtzeiten,  Verlängerung der Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. In einigen Gebieten wird zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt. Die Arbeitgeber kritisieren die Streiks als unverhältnismäßig.

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