In Portugal haben die Behörden nach einem heftigen Unwetter mit fünf Toten vor weiteren Regenfällen und drohenden Überschwemmungen gewarnt. Dem Land stehe eine 'sehr schwierige Woche' bevor.
In Portugal haben die Behörden nach einem heftigen Unwetter mit fünf Toten vor weiteren Regenfällen und drohenden Überschwemmungen gewarnt. Dem Land stehe eine "sehr schwierige Woche" bevor, sagte der Chef der Umweltbehörde, José Pimenta Machado, am Freitag und verwies auf starke Regenfälle von Sonntag an. Im Zentrum Portugals waren infolge des Sturms "Kristin" am Samstag weiterhin mehr als 211.000 Haushalte ohne Strom, wie ein Sprecher des Energieversorgers E-redes sagte.
Wegen der erwarteten heftigen Regenfälle sprach die Wetterbehörde Ipma für das gesamte portugiesische Festland eine Unwetterwarnung bis Montag aus. Nach einer Reihe von Stürmen seien die Böden schon jetzt vollständig mit Wasser gesättigt, weshalb die Gefahr für Überschwemmungen steige.
"Ab Mitternacht erwarten wir weiteren Regen. Das bereitet uns Sorgen", sagte ein Bürgermeister aus der besonders betroffenen Region Leiria am Samstag dem Sender SIC. Er rief Freiwillige dazu auf, bei der Reparatur beschädigter Dächer zu helfen, bevor weiterer Regen einsetzt.
Der Durchzug des Sturms "Kristin" in der Nacht zum Mittwoch hatte bereits für erhebliche Schäden gesorgt. Die meisten von Stromausfällen betroffenen Haushalte und Betriebe befinden sich in Leiria im Zentrum des Landes, wo hunderte Stromgeneratoren im Einsatz waren.
Am Freitag waren etwa 650 Kilometer Oberleitungen außer Betrieb, wie der Chef des Stromnetzbetreibers REN, Rodrigo Costa, sagte. Schulen und Museen blieben geschlossen und Bahnlinien außer Betrieb.
"Das Ausmaß der Schäden ist enorm", sagte Präsidialamtsminister António Leitão Amaro bei einem Besuch im Katastrophengebiet in Begleitung von EU-Energiekommissar Dan Jörgensen. Die Reaktion der portugiesischen Behörden sei aber "weiterhin ausreichend" und eine Aktivierung des europäischen Katastrophenschutzmechanismus zum jetzigen Zeitpunkt nicht notwendig. Zugleich schloss der Minister nicht aus, auf den Solidaritätsfond der EU zur Unterstützung des Wiederaufbaus zurückzugreifen.
