Ein Jahr nach einem Schusswaffenangriff mit drei Toten in der schwedischen Stadt Uppsala hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen fünf Männer erhoben. Ein 21-Jähriger wurde am Mittwoch unter anderem wegen dreifachen Mordes angeklagt.
Ein Jahr nach einem Schusswaffenangriff mit drei Toten in der schwedischen Stadt Uppsala hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen fünf Männer erhoben. Ein 21-Jähriger wurde am Mittwoch wegen dreifachen Mordes, versuchten zweifachen Mordes und schwerer Waffenverstöße angeklagt. Staatsanwalt Andreas Nyberg erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, der Verdächtige habe "als eine Art Auftragskiller gehandelt". Prozessbeginn ist am 18. Februar.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden bei der Festnahme des Verdächtigen ein Umschlag mit 100.000 Kronen (9400 Euro) in bar und ein Brief mit verschiedenen Aufträgen gefunden. Drei weitere Männer im Alter von 18 bis 24 Jahren wurden wegen Beihilfe zum Mord angeklagt. Ein vierter Mann im Alter von 25 Jahren wurde wegen schwerer Waffenverstöße und Unterbringung eines Straftäters angeklagt.
Die Schüsse waren Ende April vergangenen Jahres in einem Friseursalon gefallen. Der brutale Angriff am Vorabend des beliebten Valborgfestes - der Walpurgisnacht - hatte die weitverbreitete Bandenkriminalität in den Fokus gerückt, die Schweden seit gut zehn Jahren zu schaffen macht. Die Banden liefern sich zunehmende gewaltsame Auseinandersetzungen um die Kontrolle über den Drogen- und Waffenhandel, regelmäßig kommt es zu Schusswaffen-Angriffen und Bombenanschlägen.
Die Hintergründe des Angriffs im nördlich von Stockholm gelegenen Uppsala sind Nyberg zufolge auch nach einem Jahr noch immer unklar. "Der Ablauf der Ereignisse selbst könnte einige Hinweise liefern", erklärte der Staatsanwalt. Aber darüber hinaus habe die Ermittlung "nichts weiter ergeben". Es sei nach wie vor unklar, ob die drei Opfer im Alter zwischen 15 und 20 Jahren auch die Ziele waren.
Dem Staatsanwalt zufolge schoss der Verdächtige zunächst vor dem Friseursalon auf zwei Männer, anschließend zielte er auf die drei Opfer im Salon. Das jüngste Opfer, ein 15-Jähriger, hatte demnach offenbar keine Verbindungen zu kriminellen Aktivitäten gehabt und war wahrscheinlich nur ein Kunde.
