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Von Überschwemmungen betroffene Gemeinde in Portugal verschiebt Präsidentschaftswahl

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Hochwasser in Alcácer do Sal Bild: AFP

Eine von den Überschwemmungen infolge des Sturmtiefs 'Leonardo' besonders stark betroffene Gemeinde im Süden Portugals hat die für Sonntag angesetzte zweite Runde der Präsidentschaftswahl verschoben.

Eine von den Überschwemmungen infolge des Sturmtiefs "Leonardo" besonders stark betroffene Gemeinde im Süden Portugals hat die für Sonntag angesetzte zweite Runde der Präsidentschaftswahl verschoben. Die Stichwahl werde eine Woche später stattfinden, teilte am Donnerstag die Bürgermeisterin von Alcácer do Sal, Clarisse Campos, der Nachrichtenagentur Lusa mit. Die Stadt Alcácer do Sal liegt im Bezirk Setúbal, etwa hundert Kilometer südlich von Lissabon.

Die Voraussetzungen für die Wahl seien nicht gegeben, sagte Campos. "Wir haben mehrere abgeschnittene Ortschaften und das Stadtzentrum ist komplett überflutet", erklärte die Bürgermeisterin der fast 10.000 Wähler zählenden Gemeinde.

Bei einem Besuch vor Ort am Donnerstagmorgen hatte der scheidende portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa die Möglichkeit angesprochen, dass die Behörden der von den Unwettern der vergangenen Tage betroffenen Kommunen die Wahl verschieben könnten. Er betonte, die  Entscheidung unterliege den Kommunen, nicht der Regierung oder einer anderen nationalen Behörde.

Der Fluss Sado im Distrikt Setúbal war nach anhaltenden Regenfällen  über die Ufer getreten, hatte mehrere Straßen überflutet und zur Evakuierung von fast hundert Menschen geführt. 

Bei der Stichwahl tritt der Sozialist António José Seguro gegen den rechtsextremen Kandidaten André Ventura an. Seguro kam bei der ersten Wahlrunde am 18. Januar auf rund 31 Prozent der Stimmen. Ventura, der Chef der rechtsextremen Chega-Partei, erreichte 23,5 Prozent. Seguro liegt in Umfragen mit 65 Prozent der Stimmen vorn.

Das Tiefdruckgebiet "Leonardo" sorgt derzeit in Teilen der Iberischen Halbinsel für anhaltende Regenfälle. Am Mittwoch war im Südosten Portugals ein Mann ums Leben gekommen. Er wurde von der Strömung mitgerissen, als er mit dem Auto ein überschwemmtes Gebiet durchqueren wollte.

Im Bezirk Santarém im Zentrum Portugals wurde am Donnerstag angesichts einer drohenden Überschwemmung des Flusses Téjo aufgrund starker Regenfälle die rote und damit höchste Warnstufe herausgegeben. Die Kommunalbehörden von Santarém ordneten die "verpflichtende Evakuierung" der Ufergebiete binnen sieben Stunden an.

In Spanien gab es indes leichte Entwarnung. Im besonders heftig betroffenen Andalusien im Süden des Landes wurde am Donnerstag die höchste Alarmstufe aufgehoben.

Starke Winde und Niederschläge sollen noch bis Samstag über die Iberische Halbinsel ziehen. Auch Marokko erlebte am Mittwoch extreme Niederschläge, dort wurden seit dem vergangenen Freitag mehr als 100.000 Menschen evakuiert.

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