Live-Fußball im Stadion treibt bei Fans den Puls deutlich höher als vor dem Fernseher oder beim Public Viewing. Anhänger vor Ort reagieren auf Tore sogar mit bis zu 36 Prozent höheren Pulswerten, wie die Universität Bielefeld herausfand.
Live-Fußball im Stadion treibt bei Fans den Puls deutlich höher als vor dem Fernseher oder beim Public Viewing. Anhänger und Anhängerinnen vor Ort reagieren auf Tore sogar mit bis zu 36 Prozent höheren Pulswerten, wie eine am Freitag veröffentlichte Studie der Universität Bielefeld belegt.
Die Forscher analysierten mittels Smartwatches die Vitalwerte von 229 Fans von Arminia Bielefeld über zwölf Wochen hinweg. Dabei bestätigte sich, dass die Atmosphäre im Stadion den Puls nach oben treibt. Arminia-Fans, die das Pokalfinale zwischen dem damaligen Drittligisten und dem VfB Stuttgart am 24. Mai 2025 im Berliner Olympiastadion verfolgten, wiesen eine durchschnittliche Herzfrequenz von 94 Schlägen pro Minute auf.
Zuschauer und Zuschauerinnen vor dem Fernseher kamen nur auf 79 Schläge, beim Public Viewing waren es sogar nur 74 Herzschläge pro Minute. Nach dem ersten Tor von Arminia Bielefeld schnellte der Puls der Stadionbesucher auf durchschnittlich 108 Schläge hoch, das waren 36 Prozent über dem der Fernsehgucker.
Als Ursache für das Stadionfieber vermuten die Experten die direkte Nähe zum Spielgeschehen samt emotionaler Ansteckung und Erwartungsspannung, was die Herzbelastung erhöhe. Der Stresspegel am Finaltag lag bei den Fans demnach schon morgens, rund 14 Stunden vor dem Anpfiff, über dem Normalbereich und blieb bis nach Mitternacht erhöht.
Wie die Studie auch zeigt, verstärkt Alkohol die Herzbelastung. Die Hälfte der befragten Fans trank während des Spiels, unter den Stadionbesuchern waren es 65 Prozent. Alkohol erhöhte die Herzfrequenz um durchschnittlich 5,3 Prozent. Bei emotionalen Momenten wie Toren stieg dieser Effekt auf 11,7 Prozent.
Die Kombination aus Aufregung, Stadionatmosphäre und Alkohol könne das Herz-Kreislauf-System belasten, erklärten die Forscherinnen und Forscher. Sie verwiesen auf frühere Studien, die ein erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen bei Sport-Großveranstaltungen belegten.
