Norwegen

Viertes mutmaßliches Vergewaltigungsopfer von Mette-Marits Sohn sagt aus

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Marius Borg Hoiby am ersten Prozesstag Bild: AFP

Im Vergewaltigungsprozess gegen den Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit hat am Mittwoch ein viertes mutmaßliches Opfer ausgesagt. Vor dem Gericht in Oslo schilderte die junge Frau die Nacht vom 1. auf den 2. November 2024.

Im Vergewaltigungsprozess gegen den Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit hat am Mittwoch ein viertes mutmaßliches Opfer ausgesagt. Vor dem Gericht in Oslo schilderte die junge Frau die Nacht vom 1. auf den 2. November 2024, in der Marius Borg Hoiby sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen und diese gefilmt haben soll, während sie schlief. 

Der 29-jährige Hoiby ist in 38 Punkten angeklagt, unter anderem soll er vier Frauen vergewaltigt haben, während diese schliefen oder bewusstlos waren. Zudem soll er mehrere Ex-Freundinnen körperlich und psychisch misshandelt haben. Hoiby drohen bis zu 16 Jahre Haft. Er ist der Sohn von Mette-Marit aus einer früheren Beziehung, bevor sie mit Kronprinz Haakon zusammenkam.

Wie in den drei anderen Fällen soll die Vergewaltigung der vierten Frau nach einem feuchtfröhlichen Abend stattgefunden haben - nach zunächst einvernehmlichem Geschlechtsverkehr im Hotelzimmer der jungen Frau. Hoiby hatte neben Alkohol mutmaßlich auch Kokain konsumiert.

"Ich wurde immer müder. Ich lag einfach da und er hörte einfach nicht auf", sagte die Frau vor Gericht. Nachdem sie Hoiby gesagt habe, dass sie schlafen wolle, sei sie durch einen "brutalen Stoß" in ihrem Genitalbereich aufgewacht. "Ich erinnere mich daran, dass ich aufgeschreckt bin, weil es weh tat", sagte sie. "Ich bin erstarrt, dann bin ich wieder eingeschlafen", fügte sie hinzu. Hoiby ist beschuldigt, in jener Nacht 27 Videos aufgenommen und vier sexuell eindeutige Fotos gemacht zu haben, von denen laut Anklage einige zeigen, dass die Frau schlief. 

Hoiby soll am Donnerstag zu diesem Fall aussagen. Er weist seit Prozessbeginn die Vergewaltigungsvorwürfe zurück und betont, der Sex sei immer einvernehmlich erfolgt. Und er habe nicht die Gewohnheit, mit schlafenden Menschen Sex zu haben. 

Zum Zeitpunkt der vierten mutmaßlichen Vergewaltigung liefen bereits polizeiliche Ermittlungen gegen Hoiby. Er war am 4. August 2024 in Oslo wegen mutmaßlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung in der Wohnung seiner damaligen Freundin festgenommen worden. 

Im Zuge der Ermittlungen zu diesem Vorfall kamen zahlreiche andere mutmaßliche Straftaten ans Licht. Nachdem die Ermittler Videos auf seinem Handy und Laptop gesichtet hatten, wurde er der Vergewaltigung von vier Frauen beschuldigt, die sich nicht wehren konnten. Keiner der vier Frauen war bewusst, was ihr widerfahren war, bis die Polizei ihnen die Videos zeigte und sie über die mutmaßliche Straftat informierte. 

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