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Selenskyj: Auch die USA verlangen von Ukraine Aufgabe des gesamten Donbass

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Selenskyj beim AFP-Interview Bild: AFP

In den Verhandlungen über eine Waffenruhe im Ukraine-Krieg fordern nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Selenskyj die USA im Einklang mit Russland von seinem Land die Aufgabe der gesamten Donbass-Region.

In den Verhandlungen über eine Waffenruhe im Ukraine-Krieg fordern nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj die USA im Einklang mit Russland von seinem Land die Aufgabe der gesamten Donbass-Region. "Sowohl die Amerikaner als auch die Russen sagen: Wenn Ihr wollt, dass der Krieg morgen endet, dann geht aus dem Donbass raus", sagte Selenskyj am Freitag in einem Interview der Nachrichtenagentur AFP.

Die Territorialfragen sind der zentrale Streitpunkt in den von den USA vermittelten Waffenruhe-Gesprächen. Moskau beansprucht den gesamten Donbass für sich, obwohl die russische Armee die ostukrainische Region nur teilweise unter ihre Kontrolle gebracht hat. Kiew weist dies zurück und fordert stattdessen, den Frontverlauf in der Ukraine einzufrieren. Auch die jüngste Gesprächsrunde in dieser Woche in Genf brachte keine Annäherung.

Die ukrainischen Streitkräfte kontrollieren weiterhin etwa ein Fünftel der Region Donezk, während die russischen Truppen so gut wie die gesamte Region Luhansk eingenommen haben. Beide Regionen werden zusammen als Donbass bezeichnet. 

Im Gespräch mit AFP trat Selenskyj ferner dafür ein, dass im Fall einer Waffenruhe europäische Truppen nahe der eingefrorenen Frontlinie stationiert werden. "Natürlich möchten die Ukrainer, dass unsere Partner mit uns an der Frontlinie zusammenstehen", sagte er in dem Interview, das vier Tage vor dem vierten Jahrestag des russischen Angriffskriegs gegen das Nachbarland geführt wurde. Der ukrainische Staatschef räumte aber zugleich ein, dass "natürlich niemand an der ersten Linie stehen möchte".

Für den Einsatz einer multinationalen Truppe zur Absicherung einer Waffenruhe haben sich vor allem Frankreich und Großbritannien stark gemacht. Der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer unterzeichneten Anfang Januar mit Selenskyj in Paris eine Absichtserklärung über die Entsendung einer solchen Truppe. Macron sagte jedoch, diese Truppe solle auf dem Boden, in der Luft und im Meer, "weit von der Kontaktlinie entfernt" eingesetzt werden. 

Selenskyj sagte dazu jetzt im Gespräch mit AFP: "Wir würden das Kontingent gerne näher an der Kontaktlinie sehen."

Bundeskanzler Friedrich Merz (CD) hatte seinerseits Anfang Januar erstmals die Entsendung von Bundeswehr-Soldaten im Rahmen einer internationalen Truppe für die Ukraine in Aussicht gestellt - die deutschen Soldaten sollen nach seinen Worten aber nicht in der Ukraine selbst, sondern in einem zur Nato zählenden Nachbarland eingesetzt werden.

"Deutschland wird sich weiter politisch, finanziell und eben auch militärisch einbringen", sagte Merz damals. "Dazu kann zum Beispiel gehören, dass wir nach einem Waffenstillstand Kräfte für die Ukraine auf benachbartem Nato-Gebiet einmelden."

Selenskyj betonte in dem AFP-Interview ferner, dass die Ukraine keineswegs dabei sei, den Krieg zu "verlieren". Nach seinen Angaben hat die ukrainische Armee zuletzt "300 Quadratkilometer" Land in der Südukraine von den russischen Truppen zurückerobert. AFP konnte diese Angaben nicht verifizieren. 

"Man kann nicht sagen, dass wir den Krieg verlieren", sagte der ukrainische Präsident. "Ehrlich, wir verlieren ihn definitiv nicht, definitiv." Die Frage sei allerdings, ob die Ukraine den Krieg gewinnen könne.

Selenskyj sagte auch, dass die USA nicht den Umfang der Geheimdienstinformationen eingeschränkt hätten, die sie der Ukraine für ihren Abwehrkampf zur Verfügung stellen. 

"Wir erhalten Geheimdienstinformationen von den Amerikanern im gleichen Umfang, wie wir sie immer bekommen haben." Die USA hätten seinem Land immer viel an solchen Informationen übermittelt - "aber nicht alle die Informationen, die sich die ukrainischen Streitkräfte wünschen". Die militärische und finanzielle Unterstützung der Ukraine haben die USA unter Präsident Donald Trump indessen zurückgefahren.

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