Forschern der Europäischen Südsternwarte ist es erstmals gelungen, ein detailliertes Bild vom Zentrum der Milchstraße anzufertigen. Die riesige Aufnahme bildet ein 650 Lichtjahre großes Areal der Milchstraße ab.
Forschern der Europäischen Südsternwarte ist es erstmals gelungen, ein detailliertes Bild vom Zentrum der Milchstraße anzufertigen. Die riesige Aufnahme bildet ein Areal der Milchstraße ab, dessen Ausdehnung 650 Lichtjahre, also etwa sechs Billiarden Kilometer, beträgt. Die darin enthaltenen Hinweise auf die Entstehung von Sternen könnten wichtige Erkenntnisse zur Entstehung des Universums geben.
Das Bild zeige "ein komplexes Netzwerk aus Fäden kosmischen Gases" und dies mit einer "nie dagewesenen Detailtreue", erklärte die Europäische Südsternwarte (ESO) am Mittwoch. Zusammengesetzt wurde es aus Aufnahmen des riesigen Radioteleskops Alma, das in der Atacama-Wüste in Chile errichtet wurde und zusammen von der ESO, den USA und Japan betrieben wird.
Im Zentrum des Bildes befindet sich die Zentrale Molekulare Zone (CMZ). Dieser Bereich, der für unsere Augen eigentlich unsichtbar sei, sei nun außerordentlich detailreich dargestellt, erklärte die ESO-Astronomin Ashley Barnes. In der CMZ herrschen demnach "extreme Bedingungen".
Dort gebe es "einige der massereichsten Sterne in unserer Galaxie, von denen viele kurz leben und jung sterben und ihr Leben mit gewaltigen Supernova-Explosionen, wenn nicht sogar Hypernovas beenden", wie der Astrophysiker Steve Longmore von der John-Moores-Universität in Liverpool ergänzte. "Wenn wir erforschen, wie die Sterne in der CMZ entstehen, können wir auch besser verstehen, wie die Galaxien entstanden sind und sich entwickelt haben."
Die ESO-Forscher gehen nach eigenen Angaben davon aus, dass die CMZ in vieler Hinsicht dem Universum in seiner Frühzeit ähnelt - "als sich die Sterne in chaotischen und extremen Umgebungen bildeten".
