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Die CDU-Kulturpolitikerin Ellen Demuth beharrt auch nach dem ersten Krisengespräch zur Zukunft der Berlinale auf einer Ablösung von Intendantin Tricia Tuttle. "Die antisemitischen Ausfälle bei der Preisverleihung in diesem Jahr waren mit Ansage", sagte Demuth am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Der Umgang der Berlinale-Leitung damit sei nicht angemessen gewesen.
"Am Ende eines Aufarbeitungsprozesses muss daher auch ein personeller Neuanfang an der Spitze des Filmfestivals stehen", betonte Demuth. "Deutschlands wichtigste Filmfestspiele müssen grundlegend neu aufgestellt werden." Dass der Aufsichtsrat der Berlinale-Trägergesellschaft intensiv darüber beraten möchte, sei "dringend geboten".
Der Aufsichtsrat der Trägergesellschaft, die Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin (KBB) GmbH, kam am Vormittag zu einer Krisensitzung zusammen. Die Gespräche sollen in den kommenden Tagen fortgesetzt werden.
Zu einer Ablösung von Tuttle, über die im Vorfeld spekuliert worden war, kam es aber nicht. Anlass für die Sondersitzung waren unter anderem israelfeindliche Äußerungen bei der Filmpreis-Verleihung am Sonntag.