Bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg zeichnet sich eine hohe Wahlbeteiligung ab. Bis 14.00 Uhr gaben 41,34 Prozent der Wahlberechtigten, die nicht Briefwahl beantragt haben, in den Wahllokalen ihre Stimme ab, wie die Wahlleiterin mitteilte.
Bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg hat sich am Sonntag eine hohe Wahlbeteiligung abgezeichnet. Bis 14.00 Uhr gaben 41,34 Prozent der Wahlberechtigten in den Stimmlokalen ihre Stimme ab, wie die Landeswahlleiterin mitteilte. Rund 7,7 Millionen Menschen sind zur Stimmabgabe aufgerufen - erstmals auch 16- und 17-Jährige. Laut Umfragen ist ein enger Wahlausgang zwischen der CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Manuel Hagel und den Grünen mit ihrem Spitzenkandidaten Cem Özdemir zu erwarten.
Von den 7,7 Millionen Wahlberechtigten beantragten nach Angaben von Wahlleiterin Cornelia Nesch rund zwei Millionen Briefwahl, also rund jeder und jede Vierte. Im Jahr 2021 hatte aufgrund der Corona-Pandemie mehr als jeder dritte Wahlberechtigte Briefwahl beantragt. Dies erklärt zum Teil die deutlich höhere Wahlbeteiligung in diesem Jahr in den Stimmlokalen: 2021 hatte sie bis 14.00 Uhr bei 30,57 Prozent gelegen.Â
Der Briefwähleranteil lag 2021 schließlich offiziell bei 51,5 Prozent: Bei Briefwählern liegt der Anteil derer, die ihre Stimmte tatsächlich abgeben, in der Regel bei knapp 100 Prozent.Â
Die Landtagswahl vor fünf Jahren gewannen die Grünen mit 32,6 Prozent klar. Die CDU kam damals als zweitstärkste Kraft auf 24,1 Prozent. Derzeit regiert in Baden-Württemberg ein Bündnis aus Grünen und CDU unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), der nicht mehr antritt. Jüngste Umfragen erwarten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden Parteien - beide lagen mit jeweils 28 Prozent gleichauf.
Nach Einschätzung der Meinungsforscher kann die AfD auf deutliche Stimmengewinne und ein Ergebnis um die 18 bis 20 Prozent hoffen. Der SPD droht demnach ein historisch schlechtes Abschneiden mit zwischen sieben und neun Prozent. FDP und Linke müssen um den Einzug in den Landtag zittern.
Der Wahlkampf in den vergangenen Wochen war von der Wirtschaftspolitik geprägt. Das stark von der Automobilwirtschaft geprägte Baden-Württemberg ist von der Krise der Autohersteller und deren Zulieferern besonders betroffen, die Arbeitslosigkeit stieg zuletzt deutlich.
Die Wirtschaftspolitik verdrängte als wichtigstes Thema der Wählerinnen und Wähler das Thema Zuwanderung, das aber weiter als zweitwichtigstes Problem benannt wird. An dritter Stelle der wichtigsten Themen steht in Baden-Württemberg die Bildungspolitik.Â
Das Wahlalter wurde von bisher 18 Jahren abgesenkt. Erstmals gibt es bei einer Landtagswahl in Baden-Württemberg wie bei der Bundestagswahl auch eine Erst- und eine Zweitstimme.
