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Oberbürgermeisterwahlen in Bayern: Stichwahl in den vier größten Städten

  • AFP
  • In POLITIK
  • 8. März 2026, 21:33 Uhr
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Rathausturm an Münchner Marienplatz Bild: AFP

In den vier größten bayerischen Städten München, Nürnberg, Augsburg und Regensburg wird in Stichwahlen über den künftigen Oberbürgermeister entschieden. Der amtierende Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) verpasste eine eigene Mehrheit deutlich.

In den vier größten bayerischen Städten München, Nürnberg, Augsburg und Regensburg wird in Stichwahlen über den künftigen Oberbürgermeister entschieden. Der amtierende Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) verpasste eine eigene Mehrheit deutlich und kam nach Auszählung fast aller Stimmbezirke auf 35,6 Prozent der Stimmen. Auf Platz zwei lag Dominik Krause von den Grünen, der mit 29,4 Prozent überraschend knapp hinter Reiter lag. CSU-Kandidat Clemens Baumgärtner lag kurz vor Auszählungsende bei 21,4 Prozent.

Er sei enttäuscht von diesem Wahlabend, sagte Reiter im Bayerischen Rundfunk. Er habe im Wahlkampf "ein, zwei Fehler" gemacht, räumte er ein. Das habe die Wahl deutlich beeinflusst, was ihm sehr leid tue. Für ihn gehe es in den kommenden zwei Wochen bis zur Stichwahl unter anderem darum, Vertrauen zurückzugewinnen, betonte der Amtsinhaber.

Reiter strebt mit 67 Jahren eine dritte Amtszeit an. Er war zuletzt allerdings erheblich wegen einer als rassistisch wahrgenommenen Äußerung im Stadtrat sowie Versäumnissen bei der Transparenz seines Engagements für den FC Bayern München unter Druck. Reiter soll beim FC Bayern in den Aufsichtsrat wechseln, was er sich hätte womöglich genehmigen lassen müssen durch den Stadtrat. Bei der letzten Kommunalwahl 2020 kam er im ersten Wahlgang auf knapp 48 Prozent der Stimmen. In Umfragen war lange ein Sieg Reiters bereits im ersten Wahlgang erwartet worden.

In Nürnberg erreichte der amtierende Bürgermeister Marcus König (CSU) nach Auszählung fast aller Wahlgebiete am Sonntag 45,9 Prozent der Stimmen. Demnach muss er in zwei Wochen gegen SPD-Kandidat Nasser Ahmed (26,5 Prozent) antreten. König ist seit 2020 Stadtoberhaupt in Nürnberg. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist er erst der zweite CSU-Oberbürgermeister - sonst war die größte Stadt Frankens stets in SPD-Hand. 

In Regensburg kam die CSU-Kandidatin Astrid Freudenstein auf 37,5 Prozent und muss damit gegen Helene Sigloch von den Grünen (18,9 Prozent) antreten. Die bisherige Amtsinhaberin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) war hier nicht wieder angetreten. In Augsburg erreichte die Amtsinhaberin Eva Weber (CSU) 34,0 Prozent der Stimmen. Sie demnach in die Stichwahl mit Florian Freund von der SPD (19,9 Prozent).

Besonders knapp war die Wahl im fränkischen Bamberg. Dort verpasste die ehemalige bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) um wenige Prozentpunkte die Stichwahl. Die stellvertretende CSU-Vorsitzende kam auf 28,2 Prozent der Stimmen und landete damit hinter den beiden Erstplatzierten Jonas Glüsenkamp (Grüne) und Sebastian Niedermaier (SPD). Diese lagen ebenfalls dicht beieinander und kamen auf 30,3 und 29,0 Prozent. 

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