Brennpunkte

Epstein-Skandal: Ermittlungen zu mutmaßlichem Menschenhandel in Polen

img
Geschwärzte Dokumente aus den Epstein-Akten Bild: AFP

Im Skandal um den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat die polnische Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen mutmaßlichen Menschenhandels eingeleitet. Sie geht dem Verdacht nach, dass auch in Polen Frauen und Mädchen angeworben wurden.

Im Zusammenhang mit dem Skandal um den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat die polnische Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen mutmaßlichen Menschenhandels eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft erklärte am Mittwoch, sie gehe dem Verdacht nach, dass auch in Polen junge Frauen und minderjährige Mädchen angeworben wurden. Sie wurden demnach vermutlich mit falschen Versprechungen zu Jobs im Ausland getäuscht, um sie sexuell auszubeuten.

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk hatte im Februar Untersuchungen zu möglichen Kontakten Epsteins nach Polen und einer möglichen Verbindung zwischen Epstein und dem russischen Geheimdienst angekündigt. Justizminister Waldemar Zurek gab kurz darauf gemeinsame Untersuchungen von Geheimdienst, Staatsanwaltschaft und Polizei bekannt. 

Das US-Justizministerium hatte Ende Januar neue Dokumente zum Epstein-Skandal veröffentlicht. Der Multimillionär war 2008 verurteilt worden, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Nach einem umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft saß er nur knapp 13 Monate Haft ab. Im Juli 2019 wurde Epstein erneut festgenommen und von einem Bundesgericht beschuldigt, noch viel mehr Opfer missbraucht zu haben. Am 10. August 2019 wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle aufgefunden, nach offiziellen Angaben beging er Suizid.

STARTSEITE