Autoindustrie

BMW drängt auf Verabschiedung von Zollabkommen mit den USA

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BMW-Logo am neuen BMW i5, via dts Nachrichtenagentur

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München (dts Nachrichtenagentur) - BMW-Chef Oliver Zipse fordert eine schnelle Verabschiedung des Zollabkommens mit den USA, das Brüssel und Washington im vergangenen Sommer ausgehandelt haben. "Lasst uns den Turnberry-Deal, der im August in Schottland zwischen der EU und den USA vereinbart wurde, auch auf der europäischen Seite endlich umsetzen", sagte Zipse der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagausgabe).

Damit würden die USA ihre Zölle auf EU-Waren bei 15 Prozent begrenzen, die EU würde die Zölle auf null Prozent senken. "Wir zahlen gerade beide Zölle: 15 Prozent `neue` Zölle für Importe in die USA und zehn Prozent `alte` Zölle für die Fahrzeuge, die wir aus unserem US-Werk in South Carolina nach Europa bringen. Das ist nicht unsere Vorstellung dieses Deals", fügte Zipse an. "Viele hadern zurzeit mit der Brüsseler Verhandlungsstrategie." Es brauche in Brüssel "dringend mehr Stabilität und Geschwindigkeit".

Zipse geht auch hart mit der deutschen Wirtschaft und den Unternehmen ins Gericht. "Mich ärgert das fehlende Selbstbewusstsein, das in Deutschland leider gerade sehr ausgeprägt ist", sagte der BMW-Chef. Europa habe so viele Unternehmen, die in ihren Branchen weltweit führend seien. "Diese Denke, dass wir überrollt werden, die teile ich ausdrücklich nicht", sagte der Konzernchef. "Jammern hilft da einfach nicht. Ich würde mir mehr Mut und Tatkraft wünschen - und weniger Beschwerden."

Die Folgen des Iran-Kriegs sind für BMW offenbar zunächst gering. "Das Team um unseren Einkaufsvorstand hat sofort nach Beginn des Krieges im Iran geprüft, ob wir davon unmittelbar betroffen sind, also ob zum Beispiel Lieferungen ausfallen könnten", sagte Zipse. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist unsere Versorgung aber nicht beeinträchtigt."

Mit Blick auf den stark steigenden Benzinpreis sieht er keine sofortige Verschiebung der Nachfrage hin zu E-Autos. "Vorsicht bei solchen vermeintlich einfachen Kausalzusammenhängen", warnte Zipse. Die Nachfrage nach einer bestimmten Antriebsform hänge von vielen Faktoren ab. Und man wisse im Moment ja auch nicht, ob es infolge des Krieges nicht auch zu einem Anstieg der Strompreise kommen werde.

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