Norwegen

Merz: Iran-Krieg nutzt niemandem und schadet vielen

  • AFP
  • In POLITIK
  • 13. März 2026, 17:02 Uhr
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Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Freitag am norwegischen Militärstützpunkt Bardufoss Bild: AFP

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat ein schnelles Ende des Iran-Krieges gefordert und auf wirtschaftliche Schäden auch für Deutschland durch den Konflikt verwiesen.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat ein schnelles Ende des Iran-Krieges gefordert und auf wirtschaftliche Schäden auch für Deutschland durch den Konflikt verwiesen. "Wir hoffen, dass wir Wege finden, diesen Krieg so schnell wie möglich zu beenden, weil er niemandem nutzt und vielen schadet, ökonomisch auch uns", sagte Merz am Freitag während eines Besuchs in Norwegen bei einer Pressekonferenz mit dem norwegischen Regierungschef Jonas Gahr Störe und dem kanadischen Premierminister Mark Carney.

"Wir unternehmen alle Anstrengungen, um diesen Krieg im Iran und mit dem Iran zu beenden. Alle diplomatischen Kanäle werden genutzt", sagte Merz auf die Frage einer Journalistin, ob er es unterstützen würde, wenn die Europäer oder die Deutschen mit den Iranern in direkten Kontakt treten würden, damit die vom iranischen Militär de facto gesperrte Straße von Hormus wieder geöffnet wird.

Merz äußerte auch Kritik am Vorgehen Israels und der USA. Zwar teile die Bundesregierung "wichtige Ziele der Vereinigten Staaten und Israels". Mit jedem Kriegstag stellten sich allerdings "mehr Fragen als Antworten gegeben werden", sagte er. "Vor allem wird immer deutlicher: Es braucht einen überzeugenden Plan, es braucht eine Strategie, wie dieser Krieg zu einem Ende geführt werden soll."

"Derweil sehen wir eine gefährliche Eskalation", fuhr Merz fort. "Der Iran greift wahllos Staaten in der Region an, darunter enge Partner und Verbündete auch unseres Landes." Die Straße von Hormus sei "praktisch unpassierbar" geworden. "Wir verurteilen das auf das Schärfste", sagte der Bundeskanzler.

"Wir haben kein Interesse an einem endlosen Krieg. Ein Zerfall der territorialen Integrität, der Staatlichkeit oder der wirtschaftlichen Lebensfähigkeit des Iran hätte schwerwiegende Folgen auch für uns", sagte Merz. "Deswegen brauchen wir jetzt eine Perspektive für eine Friedensordnung."

Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen gegen den Iran begonnen. Am ersten Kriegstag töteten sie den damaligen obersten Führer des Landes, Ayatollah Ali Chamenei, und zahlreiche weitere Mitglieder der iranischen Führung. Der Iran greift seitdem mit Raketen und Drohnen Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region an.

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