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Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Die nordfranzösische Großstadt Lille ist als Standort für die zukünftige Europäische Zollbehörde (EUCA) ausgewählt worden. Das teilten der Europäische Rat und das EU-Parlament am Mittwoch mit. Die Behörde soll die Aktivitäten der nationalen Zollbehörden in der gesamten Union koordinieren und unterstützen. Sie wird voraussichtlich rund 250 Mitarbeiter haben.
Die Gründung der neuen Behörde ist Teil der Bemühungen, das gesamte Zollsystem der EU zu reformieren. Ziel ist es, den erheblichen Druck durch gestiegene Handelsströme, fragmentierte nationale Systeme, den rasanten Anstieg des E-Commerce und sich verändernde geopolitische Realitäten zu bewältigen. Die Entscheidung über den Sitz der EUCA wurde in einem informellen interinstitutionellen Treffen auf politischer Ebene getroffen.
Der Standort der Behörde wird nun in die umfassende Zollreformverordnung aufgenommen, über die der Rat und das Parlament derzeit in den letzten Verhandlungsphasen stehen. Auch das Datum, an dem die Behörde ihre Arbeit aufnehmen wird, muss im Rahmen dieser Verhandlungen festgelegt werden.
Im Oktober 2025 hatte die Europäische Kommission die Mitgliedstaaten aufgerufen, ihr Interesse an der Ausrichtung der EUCA zu bekunden. Neun Mitgliedstaaten hatten Bewerbungen eingereicht: Belgien (Lüttich), Kroatien (Zagreb), Frankreich (Lille), Italien (Rom), die Niederlande (Den Haag), Polen (Warschau), Portugal (Porto), Rumänien (Bukarest) und Spanien (Malaga).
