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Schweiz erwägt Abbruch der Bestellung eines Patriot-Luftabwehrsystems von den USA

  • AFP
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  • 1. April 2026, 18:11 Uhr

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Die Schweiz erwägt wegen anhaltender Verzögerungen einen Abbruch der Beschaffung des US-Luftabwehrsystems Patriot. Dies sei "immer eine Option, wenn man Verschiebungen hat", sagte Verteidigungsminister Martin Pfister am Mittwoch zu dem 2021 georderten System. Das Verteidigungsministerium bestätigte zugleich, dass Zahlungen weiter ausgesetzt bleiben, bis die USA verbindliche Liefertermine und Zahlungsetappen nennen.

Die Zahlungen waren bereits im vergangenen Herbst gestoppt worden, nachdem Washington Verzögerungen bei der Patriot-Lieferung angekündigt hatte – und diese unter anderem mit der militärischen Unterstützung für die Ukraine begründete. Laut im März veröffentlichten Angaben aus Bern könnte sich die Auslieferung um vier bis fünf Jahre verzögern.

Washington will die Schweiz in den kommenden Wochen über das weitere Vorgehen, Lieferfristen sowie mögliche Kosten und Konsequenzen eines Abbruchs informieren. Das Verteidigungsministerium will dem Bundesrat bis Ende Juni eine Empfehlung vorlegen.

Das von der Verzögerung betroffene Patriot-System war 2021 bestellt worden. Parallel prüft die Schweiz die Beschaffung eines zusätzlichen bodengestützten Luftverteidigungssystems mit großer Reichweite, das möglichst aus europäischer Produktion stammen soll. 

Die Schweiz will zudem wegen gestiegener Kosten die Anzahl der von den USA bestellten F35A-Kampfjets von 36 auf nur noch 30 zurückfahren.

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