Experten der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung haben einen mit einem Smartphone kombinierbaren Schnelltest für Trinkwasser entwickelt. Er kann Verunreinigungen in weniger als einer Minute erkennen und könnte in Krisengebiten helfen.
Experten der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) haben einen mit einem Smartphone kombinierbaren Schnelltest für Trinkwasser entwickelt. Dieser könne gesundheitsgefährdende mikrobielle Verunreinigungen in weniger als einer Minute erkennen, teilte die BAM am Donnerstag in Berlin mit. Bislang seien aufwändige und teure Labortests nötig, die bis zu 24 Stunden dauerten. Denkbar seien etwa Einsätze nach Katastrophen oder in Gebieten ohne Laborinfrastruktur.
Der Schnelltest beruht demnach auf einem Nachweis des Indikatormoleküls Urobilin, einem von Säugetieren und damit auch Menschen ausgeschiedenem Stoffwechselprodukt. Wird er im Wasser nachgewiesen, ist dies ein Beleg für eine Verunreinigung durch menschlichen oder tierische Exkremente.
Ein spezieller Teststreifen fängt der Bundesanstalt zufolge bei Kontakt mit Urobilin-haltigem Wasser an zu leuchten. Vervollständigt wird das Testkit durch einen im 3-D-Druckverfahren hergestellten Aufsatz mit kleiner LED-Lampe. Ein Smartphone dient als Stromquelle, während dessen Kamera zugleich das Leuchten des Teststreifens unter der Lampe misst.
Weitere Geräte oder Testchemikalien seien nicht nötig, hieß es von der Bundesanstalt. Ein Wassertropfen reiche als Testgrundlage aus, selbst geringste Mengen des Indikatormoleküls würden zuverlässig nachgewiesen. Dies sei unter anderem auch in erfolgreichen Praxistests mit Proben aus Flüssen und aus den Zu-und Abläufen einer Kläranlage in Berlin der Fall gewesen.
"Weltweit nutzen Milliarden Menschen Wasserquellen, deren hygienische Qualität unklar oder schwer zu überwachen ist", erklärte die BAM. Ihr neues hochmobiles Verfahren setze "genau hier" an. Es eröffne neue Möglichkeiten für "Feldeinsätze, Entwicklungsregionen, Krisengebiete und mobile Überwachungsprogramme" und verbessere die Grundversorgung.
