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Dürr verzichtet auf erneute Kandidatur als FDP-Chef und unterstützt Kubicki

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  • 6. April 2026, 14:22 Uhr
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Christian Dürr Bild: AFP

Der amtierende FDP-Chef Christian Dürr verzichtet auf seine geplante Kandidatur für den Parteivorsitz beim Parteitag Ende Mai und unterstützt stattdessen Wolfgang Kubicki im Kampf um die Nachfolge.

Der amtierende FDP-Chef Christian Dürr verzichtet auf seine geplante erneute Kandidatur für den Parteivorsitz beim Parteitag Ende Mai und unterstützt stattdessen Wolfgang Kubicki. "Herr Dürr wird nicht mehr kandidieren", bestätigte dessen Sprecherin am Sonntag. An der Kandidatur des 74-jährigen Kubicki scheiden sich allerdings die Geister: Er ist eines der bekanntesten verbleibenden Gesichter der Partei, steht jedoch kaum für den von vielen geforderten Neuanfang nach den vergangenen Wahlniederlagen.

Der "Bild"-Zeitung sagte Dürr, er unterstütze den früheren Bundestagsvizepräsident und stellvertretenden Parteichef-Chef. "Ich habe keinen Zweifel daran, dass die FDP wieder erfolgreich sein wird. Die Voraussetzung ist eine geschlossene Formation", sagte Dürr." Ich leiste meinen Beitrag dazu, unterstütze Wolfgang Kubicki und werde nicht antreten." Deutschland brauche "eine starke FDP mit klaren Positionen für Marktwirtschaft und Freiheit".

Kubicki hatte zuvor erklärt, als neuer Parteivorsitzender der Liberalen kandidieren zu wollen. "Ich will eine Partei, die mit neuem Selbstbewusstsein die politischen Debatten in diesem Land anführt, statt ihnen hinterherzulaufen", schrieb Kubicki im Onlinedienst X. Er werde "den Delegierten meiner Partei im Mai ein Angebot machen, bei dem sie sicher sein können: Ich werde alles tun, die Partei wieder erfolgreich zu machen."

Die FDP war im vergangenen Jahr aus dem Bundestag und im März aus den Landtagen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz geflogen. Nach den Niederlagen bei den Landtagswahlen hatte Dürr seinen Rücktritt erklärt, kündigte zugleich aber an, bei der Neuwahl der FDP-Spitze auf dem Bundesparteitag im Mai erneut für den Vorsitz kandidieren zu wollen. Darauf verzichtet er nun.

Michael Ruoff, Bayern-Chef der FDP, lobte Kubicki als jemanden "mit scharfem Profil bei unseren Kernthemen und maximaler Aufmerksamkeit". Ähnlich äußerte sich Saarland-FDP-Chefin Angelika Hießerich-Peter: "Die Spitze braucht absolute mediale Aufmerksamkeit. Das sehe ich aktuell nur bei Wolfgang Kubicki."

Kritik kam vor allem von der FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Es sei "nicht die Zeit für persönliche Eitelkeiten oder späte Selbstvergewisserung, nur weil dafür Raum entsteht", sagte die Europaabgeordnete dem "Tagesspiegel". "Die FDP muss von einer neuen Generation in die Zukunft geführt werden, nicht nur von alten Schlachtrössern."

"Natürlich müssen Persönlichkeiten wie Wolfgang Kubicki und ich unsere Bekanntheit und mediale Aufmerksamkeit in den Dienst der Neuaufstellung der Partei stellen", sagte Strack-Zimmerman weiter. "Aber gemeinsam mit der neuen Generation und nicht, indem wir ihr an der Spitze allein im Weg stehen." Die EU-Abgeordnete hatte sich für eine FDP-Doppelspitze ebenfalls ins Spiel gebracht, ihre Bewerbung aber im März zurückgezogen. Sie unterstützt nun die Kandidatur des nordrhein-westfälischen FDP-Landes- und Fraktionsvorsitzenden Henning Höne.

Höne ist aktuell wie auch Kubicki stellvertretender Vorsitzender der Liberalen. "Als Marktwirtschaftler freue ich mich über den anstehenden Wettbewerb mit Wolfgang Kubicki", erklärte er bei X. "Mein Angebot an die Partei bleibt bestehen: Die FDP braucht einen Neustart." Baden-Württembergs FDP-Chef Hans-Ulrich Rülke forderte radikale Schritte: "Es darf hier keine Denkverbote geben. Bis hin zu einem neuen Parteinamen", sagte er dem Portal The Pioneer.

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