.
Für den CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt ist die Kritik von US-Präsident Donald Trump an Deutschland ein Zeichen dafür, dass der Iran-Krieg nicht wie erhofft verläuft. "Ich habe ein bisschen das Gefühl, dass der US-Präsident auch mit dem Finger auf uns zeigt, weil seine Operation eben nicht so verläuft, wie er sich das wünscht", sagte Hardt am Dienstag den Sendern RTL und ntv.
"Deswegen sucht er auch gegenüber dem amerikanischen Volk Schuldige dafür, dass es nicht klappt", fügte Hardt hinzu. "Und da sind die Europäer vielleicht der willkommene Sündenbock aus seiner Sicht."Â
Deutschland sei "sehr starker und verlässlicher Partner der arabischen Welt", hob der CDU-Außenpolitiker hervor. Kaum eine Regierung werde in der arabischen Welt so geachtet und geschätzt wie die deutsche, weil sie ein guter Mittler zwischen den verschiedenen Mächten im Nahen und Mittleren Osten sei. Â
Deutsche und Europäer hätten zwar gesagt, jetzt diesen Krieg nicht zu unterstützen. "Aber wir sind natürlich in der Lage, anschließend zu einer Friedensordnung beizutragen und unseren Beitrag zu leisten", betonte Hardt.Â
Trump hatte erst am Montag seine Kritik an Deutschland erneuert. Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten die USA das zerstörte Land unterstützt, sagte der Präsident bei einer Pressekonferenz in Washington. Und nun sage die Bundesregierung, es sei nicht ihr Krieg und sie habe damit nichts zu tun.Â
Auch an den Nato-Verbündeten insgesamt bekräftigte der US-Präsident seine Kritik. Er habe die Partnerländer gebeten, bei der Öffnung der Straße von Hormus zu helfen, aber sie hätten gesagt, nicht zu helfen. Trump und sein Außenminister Marco Rubio hatten bereits zuvor angekündigt, die Nato-Mitgliedschaft der USA nach dem Ende des Iran-Kriegs überdenken zu wollen. Dies sorgte bei den Bündnispartnern für Irritationen.Â