Russland will ab Mai kein Öl aus Kasachstan mehr über die sogenannte Druschba-Pipeline zur PCK-Raffinerie im brandenburgischen Schwedt leiten. Das Bundeswirtschaftsministerium sieht die Versorgungssicherheit in Deutschland aber nicht bedroht.
Russland will ab Mai kein Öl aus Kasachstan mehr über die sogenannte Druschba-Pipeline zur PCK-Raffinerie im brandenburgischen Schwedt leiten. Die unter staatlicher Treuhandverwaltung stehende deutsche Tochter des russischen Rosneft-Konzern habe darüber die Bundesnetzagentur informiert, erklärte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums am Mittwoch. Das Ministerium sieht demnach die Versorgungssicherheit in Deutschland aber nicht bedroht.
Die Entscheidung geht den Angaben nach auf das russische Energieministerium zurück, welches ab dem 1. Mai die Durchleitung von kasachischem Öl für die PCK Schwedt über russisches Staatsgebiet verbietet. "Die Russische Föderation hat das bisher nicht gegenüber der Bundesregierung bestätigt", ergänzte die Sprecherin.
"Rosneft Deutschland prüft derzeit die Auswirkungen und wird sich einer etwaigen neuen Lage anpassen", erklärte sie weiter. Die PCK ist für die Versorgung Berlins und des Nordostens Deutschlands mit Diesel, Benzin, Kerosin und Heizöl wichtig. Das Unternehmen selbst gibt an, für 90 Prozent der Versorgung Berlins und Brandenburgs zu stehen.
"Durch das Ausbleiben der kasachischen Öllieferungen an die PCK-Raffiniere ist die Versorgungssicherheit mit Mineralölprodukten in Deutschland letztlich nicht gefährdet, auch wenn die PCK Schwedt mit einer geringeren Kapazitätsauslastung fahren müsste", versicherte die Sprecherin. Nach Angaben des Unternehmens wird die Raffinerie hauptsächlich über per Pipeline aus Rostock versorgt. Über die Druschba-Pipeline kommen demnach "zusätzliche Mengen" neben Kasachstan auch vom Hafen Danzig in Polen.
Die Druschba-Pipeline verläuft durch Russland und spaltet sich dann in zwei Stränge auf: der nördliche führt durch Belarus und Polen nach Schwedt, der südliche durch die Ukraine nach Ungarn. Die Beschädigung des ukrainischen Abschnitts hatte zu Streit zwischen Kiew und Budapest geführt. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban warf der Ukraine vor, die Reparatur der Leitung zu blockieren.
