Griechenland

Israel stoppt Boote von Gaza-Hilfsflotte - Über 170 Aktivisten nach Kreta gebracht

img
Die "Open Arms" am 12. April in Barcelona Bild: AFP

Israel hat rund 20 Boote einer Hilfsflotte für den Gazastreifen gestoppt und Dutzende Aktivisten nach Griechenland gebracht. 175 pro-palästinensische Aktivisten gingen am Freitag auf der griechischen Insel Kreta an Land.

Israel hat rund 20 Boote einer Hilfsflotte für den Gazastreifen gestoppt und Dutzende Aktivisten nach Griechenland gebracht. 175 pro-palästinensische Aktivisten gingen am Freitag auf der griechischen Insel Kreta an Land, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Am Vortag waren die Boote von den israelischen Streitkräften festgesetzt worden. Die Organisatoren der Aktion "Global Sumud Flotilla" meldeten ihrerseits 211 Aktivisten, die von Israel "gekidnappt" worden seien.

Unter Begleitung der griechischen Küstenwache wurden die Aktivisten in vier Bussen in den Hafen von Atherinolakkos in der Nähe von Ierapetra gebracht. Griechischen Medien zufolge sollten sie dann nach Heraklion gebracht werden.

Die Aktivisten waren in internationalen Gewässern vor Kreta festgesetzt worden. Israels Außenminister Gideon Saar hatte am Donnerstagabend im Onlinedienst X angekündigt, dass die festgesetzten Aktivisten "in Abstimmung mit der griechischen Regierung" an einem griechischen Strand an Land gehen würden. Er dankte Griechenland "für die Bereitschaft, die Teilnehmer (...) aufzunehmen".

Dem israelischen Außenamtssprecher Oren Marmorstein zufolge wurden alle Aktivisten der Hilfsflotte nach Griechenland gebracht, außer der Brasilianer Thiago Ávila und der spanische Aktivist Saif Abu Keshek. Das israelische Außenministerium erklärte, Ávila würden illegale Aktivitäten und Keshek die Zugehörigkeit zu einer Terrororganisation vorgeworfen. Die spanische Regierung forderte am Freitag die sofortige Freilassung Kesheks.

In der Nacht zum Donnerstag hatten die Flotten-Organisatoren auf X erklärt, israelische Marineschiffe hätten "die Hilfsflotte in internationalen Gewässern illegal umzingelt und mit Entführung und Gewalt gedroht". Die israelischen Einsatzkräfte hätten "Laser und halbautomatische Sturmgewehre" auf die Teilnehmer der Hilfsflotte gerichtet und ihnen befohlen, "nach vorne in den Booten zu kommen und sich auf Hände und Knie zu begeben", hieß es weiter. "Die Bootskommunikation wird gestört und ein SOS wurde abgesetzt."

Die ursprünglich insgesamt mehr als 50 Boote der Hilfsflotte waren in den vergangenen Wochen von Marseille in Frankreich, Barcelona in Spanien und Syrakus in Italien ausgelaufen, um Hilfsgüter in den Gazastreifen zu bringen.

Deutschland und Italien erklärten in einer gemeinsamen Mitteilung vom Donnerstag zu dem Vorfall, beide Länder verfolgten die Entwicklungen "mit großer Besorgnis".  "Wir rufen zur uneingeschränkten Achtung des geltenden Völkerrechts sowie zur Unterlassung unverantwortlicher Handlungen auf", hieß es weiter. Die internationale Gemeinschaft bemühe sich um humanitäre Hilfe für den Gazastreifen im Einklang mit dem Völkerrecht und internationalen Standards.

Ende 2025 hatte schon einmal eine Hilfsflotte versucht, in den Gazastreifen zu gelangen. An Bord der Schiffe waren mehrere prominente Persönlichkeiten, darunter die schwedische Aktivistin Greta Thunberg. Die Schiffe wurden damals von der israelischen Marine aufgebracht, die Besatzungsmitglieder festgenommen und anschließend ausgewiesen.

Im Oktober 2025 war eine Waffenruhe in dem Palästinensergebiet in Kraft getreten, trotzdem gibt es immer wieder Angriffe und Gewalt. Israel und die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas werfen sich gegenseitig Verstöße gegen das Abkommen vor. Die humanitäre Lage im Gazastreifen gilt nach wie vor als katastrophal.

STARTSEITE