Kriminalität

Prozessserie zu Bandenkrieg in Raum Stuttgart vorerst beendet: Haft für 26-Jährigen

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Justitia-Statue Bild: AFP

Das Landgericht Stuttgart hat mit einem weiteren Urteil die Prozessserie zum Bandenkrieg im Großraum Stuttgart vorerst abgeschlossen. Ein Mann wurde wegen versuchten Mordes zu einer Haftstrafe verurteilt, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Das Landgericht Stuttgart hat mit einem weiteren Urteil die Prozessserie zum Bandenkrieg im Großraum Stuttgart vorerst abgeschlossen. Ein 26-Jähriger wurde am Freitag im Zusammenhang mit Schüssen auf einen Mann in einem Stuttgarter Imbiss zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren und neun Monaten verurteilt, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Der Angeklagte wurde unter anderem wegen versuchten Mordes schuldig gesprochen.

Die Tat vom Januar 2025 stehe im Zusammenhang mit dem Bandenkrieg in der Region Stuttgart, der das Landgericht der baden-württembergischen Landeshauptstadt seit mehr als drei Jahren beschäftigt. Seit Beginn der Prozessserie im März 2023 sei nun "erstmals kein entsprechendes Verfahren" mehr angesetzt, hieß es.

Insgesamt wurden seit Beginn der Prozessserie 21 Verfahren mit 43 Angeklagten verhandelt, wie aus der Mitteilung der Gerichts hervorgeht. Dabei seien Freiheitsstrafen von insgesamt knapp 150 Jahren verhängt worden. Die Gewaltserie habe viele Menschen "beunruhigt und verunsichert"- erklärte Landgerichts-Vizepräsident Markus Volz. Die Justiz habe dazu beigetragen, "die Sicherheit in der Region wieder zu stärken".

Die juristische Aufarbeitung ist demnach aber noch nicht vollständig abgeschlossen. Fünf Urteile sind noch nicht rechtskräftig, zudem erhob die Staatsanwaltschaft Stuttgart in zwei weiteren Fällen Anklage gegen mutmaßliche Unterstützer. Über die Zulassung der Anklagen wurde bislang nicht entschieden.

In der Region um die baden-württembergische Landeshauptstadt war vor einigen Jahren ein Konflikt zwischen mutmaßlich in kriminelle Aktivitäten verstrickte Gruppierungen eskaliert. Es kam in der Folge zu zahlreichen schweren und teils tödlichen Straftaten, darunter etwa Schüsse in Bars. Neben den vielen Gerichtsverfahren gab es zahlreiche Razzien und Festnahmen.

Für bundesweite Schlagzeilen sorgte ein Handgranatenwurf in eine Menschenmenge bei einer Trauerfeier auf einem Friedhof in Altbach im Juni 2023. Dabei wurden 15 Menschen teils schwer verletzt. Der Täter wurde später zu zwölf Jahren Haft verurteilt. 

Zu den schwersten Taten zählten zudem tödliche Schüsse in einer Bar in Göppingen. Ein Mann wurde dabei durch einen Kopfschuss getötet, zwei weitere wurden verletzt. Ein zur Tatzeit 17-Jähriger wurde deshalb im vergangenen Jahr wegen Mordes zu acht Jahren und neun Monaten Jugendstrafe verurteilt.

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