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Selenskyj: Russland feuert 800 Drohnen ab - Mindestens sechs Tote in der Ukraine

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Bei Luftangriff auf Odessa zerstörte Autos Bild: AFP

Russland hat die Ukraine am helllichten Tag mit hunderten Drohnen attackiert und dabei nach Angaben von Präsident Selenskyj mindestens sechs Menschen getötet und dutzende weitere verletzt.

Russland hat die Ukraine am Mittwoch am helllichten Tag mit hunderten Drohnen attackiert und dabei nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mindestens sechs Menschen getötet und dutzende weitere verletzt. Die Angriffe richteten sich vor allem gegen den Westen der Ukraine und könnten auf einen Wendepunkt in Moskaus Luftangriffsstrategie hindeuten.

"Seit Mitternacht wurden bereits mindestens 800 russische Drohnen abgefeuert", erklärte Selenskyj in Onlinediensten. "Sechs Menschen wurden getötet", dutzende seien verletzt worden, darunter Kinder. 

Moskau greift seit mehr als vier Jahren ukrainische Städte mit Drohnen und Raketen an. Während die Angriffe bisher vorwiegend nachts erfolgten, haben Attacken am helllichten Tage zuletzt zugenommen.

In der Hauptstadt Kiew gab es am Mittwoch mehrfach Luftalarm. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP sahen Menschen, die in U-Bahnhöfen Zuflucht suchten. Nach Angaben des Bürgermeisters war die Luftabwehr im Einsatz, um Drohnen abzufangen. 

Selenskyj warf Russland vor, sein Land gezielt am Tag der Reise von US-Präsident Donald Trump nach China so massiv angegriffen zu haben. "Es kann ganz sicher kein Zufall sein, dass einer der längsten, massivsten russischen Angriffe gegen die Ukraine genau dann stattfindet, wenn der Präsident der Vereinigten Staaten zu einem Besuch in China ankommt", erklärte Selenskyj.

"In diesem schwierigen geopolitischen Moment versucht Russland eindeutig, die allgemeine politische Atmosphäre zu stören und Aufmerksamkeit auf sein Übel zu lenken", fuhr Selenskyj fort. Dies geschehe "auf Kosten von ukrainischen Menschenleben und ukrainischer Infrastruktur".

Zuvor hatte Selenskyj Trump aufgefordert, bei seinem Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping in Peking am Donnerstag über die Bemühungen um eine Beendigung des Ukraine-Krieges zu sprechen. Er gehe davon aus, dass dies bei Trumps China-Besuch zur Sprache gebracht werde, sagte Selenskyj. "Wir stehen in ständigem Kontakt mit unseren amerikanischen Partnern", betonte er.

Bei den Drohnenangriffen in der westukrainischen Region Riwne wurden nach Angaben der Behörden drei Menschen getötet und vier weitere Menschen verletzt. Zudem wurden zivile Infrastruktur und ein Wohngebäude beschädigt. Ein Mensch wurde in der Region Saporischschja getötet und zwei weitere Menschen starben in der Region Cherson. Mindestens acht Menschen wurden in der Schwarzmeerregion Odessa sowie in den zentralen Regionen Tscherkassy und Chmelnyzkyj verletzt. 

Der Militärgeheimdienst in Kiew hatte zuvor gewarnt, russische Streitkräfte hätten einen "anhaltenden Luftangriff auf wichtige Einrichtungen in der Ukraine" gestartet.

Wegen heftiger Angriffe auf die westukrainische Stadt Uschhorod schloss die Slowakei kurzzeitig ihre Grenze, wie die Grenzpolizei mitteilte. Betroffen war auch das Grenzgebiet zu Ungarn, wo eine ungarische Minderheit lebt. Ungarns Außenministerin Anita Orban kritisierte die russischen Angriffe daher "auf das Schärfste".

Die von den USA vorangetriebenen Bemühungen zur Beendigung des Krieges sind seit Beginn des Iran-Krieges ins Stocken geraten. Vergangene Woche sagte Russlands Staatschef Wladimir Putin, der Krieg mit der Ukraine neige sich "dem Ende" zu. Einzelheiten nannte er allerdings nicht.

Am Mittwoch bekräftigte Moskau erneut seine Maximalforderungen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs. Eine Waffenruhe und Friedensgespräche seien nur möglich, wenn Selenskyj "der ukrainischen Armee den Befehl erteilt, das Feuer einzustellen und das Gebiet des Donbass sowie die russischen Regionen zu verlassen", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.

Die von den USA vermittelten Gespräche über ein Ende des seit mehr als vier Jahren andauernden Kriegs haben bisher keinen Durchbruch gebracht. In der vergangenen Woche hatten erstmals seit Ende März wieder Gespräche zwischen ukrainischen und US-Gesandten stattgefunden.

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