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Rechtsextreme "Letzte Verteidigungswelle": Zwei mutmaßliche Unterstützer festgenommen

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Prozessauftakt um "Letzte Verteidigungswelle" im März in Hamburg Bild: AFP

Die Bundesanwaltschaft hat zwei weitere mutmaßliche Unterstützer der rechtsextremistischen Gruppe 'Letzte Verteidigungswelle' festnehmen lassen. Beide Festnahmen erfolgten in Thüringen.

Etwas mehr als ein Jahr nach der Zerschlagung einer bundesländerübergreifenden Zelle von jugendlichen Rechtsextremisten hat die Bundesanwaltschaft in Thüringen zwei weitere mutmaßliche Unterstützer festnehmen lassen. Sie sollen sich an einem versuchten Brandanschlag der als "Letzte Verteidigungswelle" bekannten Gruppierung auf eine Flüchtlingsunterkunft beteiligt haben, wie die Behörde am Freitag in Karlsruhe mitteilte. Ihnen wird demnach unter anderem auch versuchter Mord vorgeworfen.

Die Festnahmen der Verdächtigen Joel F. und Elias F. erfolgten den Angaben zufolge am Mittwoch in den Landkreisen Altenburger Land und Gera. Die Haftbefehle wurden am Donnerstag eröffnet, die Verdächtigen kamen in Untersuchungshaft. Die Ermittler stufen sie demnach rechtlich als sogenannte Jugendliche mit Verantwortungsreife ein, genaue Angaben zu Alter der beiden Beschuldigten machten sie dabei allerdings nicht.

Vorgeworfen wird den zwei Festgenommenen neben versuchtem Mord und versuchter Brandstiftung mit Todesfolge die Unterstützung einer inländischen terroristischen Vereinigung. Laut Ermittlern war die "Letzte Verteidigungswelle" im April 2024 von zumeist noch sehr jungen Rechtsextremisten gegründet worden, um politisch motivierte Gewalttaten insbesondere in der Form von Brand- und Bombenanschlägen zu verüben. 

Die Gruppierung habe "durch Gewalttaten vornehmlich gegen Migranten und politische Gegner einen Zusammenbruch des demokratischen Systems" herbeiführen wollen, hieß es von der Bundesanwaltschaft. Sie habe sich "als letzte Instanz zur Verteidigung der 'Deutschen Nation'" verstanden.

Zugeschrieben wird den mutmaßlichen Mitgliedern und Unterstützern der Gruppe etwa ein nächtlicher Brandanschlag auf ein Kulturzentrum in Altdöbern in Brandenburg im Oktober 2024. Außerdem sollen einige der Beschuldigten im Januar 2025 nachts Feuerwerkskörper in eine Flüchtlingsunterkunft in Schmölln in Thüringen haben. An dieser Tat sollen sich auch die beiden nun gefassten Verdächtigen beteiligt haben.

Die Sicherheitsbehörden hatten die Strukturen der Gruppierung bei einer Großrazzia im Mai vergangenen Jahres zerschlagen. Mehrere mutmaßliche Beteiligte im Alter von 14 bis 21 Jahren wurden damals festgenommen. Im März diesen Jahres begann vor dem Oberlandesgericht in Hamburg unter Ausschluss der Öffentlichkeit der Prozess gegen acht Beschuldigte, im selben Monan waren Ermittler außerdem in mehreren Bundesländer erneut zu Durchsuchungen bei weiteren mutmaßlichen Mitgliedern ausgerückt. 

Laut Bundesanwaltschaft waren die mutmaßlichen Anschläge der "Letzten Verteidigungswelle" potenziell tödlich. Demnach gab es zwar keine Verletzten oder gar Toten, dies soll teils aber nur Zufällen zu verdanken gewesen sein. Mehrere Beschuldigte sollen zudem Überfälle auf Menschen verübt haben, die sie als "pädophil" einstuften. Diese wurden durch Täuschung zu Treffen gelotst, bei denen sie angegriffen wurden.

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