Bei dem Schusswaffenangriff in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade mit sechs Toten hat es sich laut Polizei um eine 'erweiterte Familientragödie' gehandelt. Es gehe 'nicht in Richtung Femizid oder politischer Hintergrund', sagte ein Sprecher.
Bei dem Schusswaffenangriff in einer Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade mit sechs Toten hat es sich nach Polizeiangaben um eine "erweiterte Familientragödie" gehandelt. Es gehe "nicht in Richtung Femizid oder auch politischer Hintergrund", sagte ein Polizeisprecher in Lüneburg am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Das Motiv für die Gewalttat liege vielmehr "im Umfeld der Jugendhilfeeinrichtung begründet".
Die Polizei teilte zugleich mit, dass ein sechster Mensch seinen Verletzungen erlegen sei. Demnach starben fünf Menschen am Tatort und ein weiterer später in einem Krankenhaus. Bei allen Todesopfern handelt es sich demnach um Erwachsene, laut Polizeisprecher Frauen und Männer. Er berichtete zudem von einem Verletzten, dessen Zustand "stabil" sei.
Laut den Ermittlern wurde "ein Haupttäter" festgenommen. Zwei weitere Menschen befänden sich "in polizeilichen Maßnahmen", darunter auch eine "weibliche Begleitperson". Ihre Tatbeteiligung sei Gegenstand der Ermittlungen. Für den Abend wurde eine Pressekonferenz von Polizei, Staatsanwaltschaft und Landkreis mit Landesinnenministerin Daniela Behrens (SPD) in Stade angekündigt.
Nach der Tat hatte die Polizei von einer "großen polizeilichen Einsatzlage" in der Dankersstraße in Stade gesprochen und die Bevölkerung aufgerufen, den betroffenen Bereich zu verlassen und weiträumig zu meiden. Zugleich betonten die Beamten, dass keine Gefahr bestehe. Zu der betroffenen Einrichtung in Stade gehören demnach auch Mutter-Kind-Wohnungen.
In der Nähe der Jugendhilfeeinrichtung befinden sich nach Angaben der Stadtverwaltung auch eine Kita und eine Grundschule. Für die Kinder und Mitarbeitenden dort habe aber keine Gefahr bestanden, erklärte die Stadt und ergänzte: "Gleichzeitig gilt unser tiefes Mitgefühl den Opfern dieser schrecklichen Tat sowie deren Hinterbliebenen."
Der Polizei dankte die Stadt für ihren Einsatz. Stade ist eine Kreisstadt im nördlichen Niedersachsen unweit von Hamburg und der Elbe. Sie hat knapp 50.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Polizei und Stadt riefen die Menschen auf, keine ungeprüften Nachrichten mit Gerüchten zu verbreiten. Es kursierten bereits "Fehlinformationen".
