Mit einem neuen Drohnen-Überwachungsprogramm sind innerhalb von zwei Tagen 73 Mal Haie vor den Stränden der australischen Metropole Sydney gesichtet worden. Die Sichtungen führten wiederholt zu Schließungen von Stränden.
Mit einem neuen Drohnen-Überwachungsprogramm sind innerhalb von zwei Tagen 73 Mal Haie vor den Stränden der australischen Metropole Sydney gesichtet worden. Wie aus Daten vom Freitag hervorgeht, entfielen davon allein 67 auf Strände nördlich der Stadt. Die Drohnen melden dabei nur Sichtungen von Bullen-, Tiger und Weißen Haien. Bei diesen Arten ist die Wahrscheinlichkeit eines Angriffes auf Menschen am größten.
Die Behörden hatten das erweiterte Drohnen-Überwachungsprogramm am Mittwoch nach einer Serie von Hai-Angriffen in Sydney und im umliegenden Bundesstaat New South Wales gestartet. 34 Millionen australische Dollar (etwa 20,6 Millionen Euro) wurden zusätzlich in Drohnen und Anwendungen Künstlicher Intelligenz investiert. Insgesamt will der Bundesstaat 120 Millionen Dollar in den nächsten zwei Jahren in die Sicherheit der Strände investieren.
Die Rettungskräfte gehen davon aus, dass wahrscheinlich einige Haie mehrfach gesichtet wurden. Am Mittwoch wurde aber sogar eine ganze Gruppe von insgesamt 13 Haien vor dem Strand in nördlichen Stadtteil South Narrabeen aufgezeichnet. Die Sichtungen führten wiederholt zu Schließungen von Stränden.
Der Besitzer der Dee-Why-Salty-Surfschule, Dan O'Connell, war am Freitag erst 15 Minuten im Wasser, als eine Drohne einen Hai in Strandnähe sichtete und das Wasser schon zum zweiten Mal an diesem Tag evakuiert wurde. O'Connell hatte die Teilnehmenden seines Surfkurses gerade erst überreden können, trotz des ersten Haialarms in das knietiefe Wasser zu gehen. "Sie waren schon verängstigt und paranoid, weil der Strand geschlossen worden war", sagte er AFP.
O'Connell erwartet, dass es künftig häufiger zu Badeverboten kommen wird und will deshalb sein Geschäft um Skateboard-Kurse in einem nahe gelegenen Parkhaus erweitern. Nachdem im Januar ein Kind in Sydney getötet und im Juni eine Frau am beliebten Coogee-Strand angegriffen worden war, hätten Schulklassen den Surfunterricht abgesagt, berichtete er. "Wir werden einen Teil der Schönwetter-Surfern verlieren, weil ihre Paranoia größer ist als die Freude am Meer."
Die Bürgermeisterin des Bezirks Northern Beaches, Sue Heins, sagte AFP, Millionen Menschen kämen jedes Jahr an die Strände von Sydney und die Drohnen verstärkten die Sicherheit. "Natürlich bedeutet mehr Überwachung auch mehr Sichtungen", gab sie zu bedenken.
Seit 1791 hat es in Australien etwa 1300 Zwischenfälle mit Haien gegeben, mehr als 250 davon endeten tödlich. Die steigende Zahl von Wassersportlern führt dazu, dass auch die Zahl der Hai-Angriffe zunimmt. Besonders betroffen sind Surfer, denen Haie in die Extremitäten beißen, weil die Raubfische sie für Robben halten.
