Frankreich

Nach Verurteilung von Ehemann sterbliche Überreste von 2020 verschwundener Französin gefunden

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Trauer um Delphine Jubillar Bild: AFP

Fünfeinhalb Jahre nach dem Verschwinden der Französin Delphine Jubillar - und neun Monate nach der Verurteilung ihres Ehemannes in einem aufsehenerregenden Mordprozess - sind sterbliche Überreste der Frau gefunden worden.

Delphine Jubillar war inmitten einer Ausgangssperre während der Corona-Pandemie spurlos verschwunden - nun wurden sterbliche Überreste der Französin gefunden. Neun Monate nach der Verurteilung ihres Ehemannes in einem aufsehenerregenden Mordprozess teilte die Staatsanwaltschaft von Toulouse am Sonntag mit, kürzlich gefundene Knochen hätten durch DNA-Tests der Krankenschwester zugeordnet werden können.

Die damals 33 Jahre alte Delphine Jubillar war in der Nacht zum 16. Dezember 2020 im südfranzösischen Dorf Cagnac-les-Mines nahe Albi verschwunden, als wegen der Corona-Pandemie eine Ausgangssperre galt. Ihr Mann Cédric Jubillar meldete sie selbst bei der Polizei als vermisst und erklärte, dass sie sich in einem einvernehmlichen Scheidungsverfahren befänden. 

Die Ermittlungen ergaben jedoch, dass das Verhältnis der beiden stark belastet war. Nach Zeugenaussagen hatte Cédric Jubillar mehrfach gedroht, seine Frau zu töten. Diese hatte mit einem anderen Mann ein neues Leben beginnen wollen. Es wurden jedoch keine Spuren eines Gewaltverbrechen gefunden, lediglich die zerbrochene Brille der jungen Frau. Auch eine Leiche konnte nicht gefunden werden.

Cédric Jubillar wurde trotzdem der Prozess gemacht. Er beteuerte vor Gericht stets seine Unschuld. "Ich habe ihr gar nichts getan", sagte er noch kurz vor der Urteilsverkündung über die Mutter seiner beiden Kinder. Im vergangenen Oktober wurde der 38-Jährige auf der Grundlage von Beweisen zu 30 Jahren Haft verurteilt.

In einer spektakulären Wendung räumte er Anfang Juli ein, für den Tod seiner Ehefrau verantwortlich zu sein. Zunächst in einem Brief an seine Anwälte und dann auch gegenüber den Ermittlern gab er zu, für "den Tod von Delphine Aussaguel verantwortlich" zu sein, wie die Anwälte Mes Guy und Pierre Debuisson unter Verwendung des Mädchennamens der Getöteten mitteilten. 

Der Ehemann teilte den Ermittlern auch mit, wo er den Leichnam vergraben hatte - in einem Feld am Rande eines Waldes, rund zehn Kilometer vom Haus der Familie im Département Tarn entfernt. Dort fanden die Ermittler am vergangenen Donnerstag sterbliche Überreste, die zur DNA-Analyse in ein Labor im Großraum Paris geschickt wurden. Dieses bestätigte nun, dass es sich um Knochen der verschwundenen Krankenschwester handelt.

Der 38-jährige Maler und Trockenbauer Cédric Jubillar hatte nach seiner Verurteilung Berufung eingelegt. Einer seiner damaligen Anwälte, Alexandre Martin, hatte im Prozess eine einseitige Ermittlungsführung angeprangert, die den "roten Teppich für einen Justizirrtum" ausgerollt habe. Nach Angaben seiner neuen Anwälte dürfte der für den 21. September angesetzte Termin für das Berufungsverfahren nach dem Fund der sterblichen Überreste nicht mehr zu halten sein.  

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