Umweltschutz

Meteorologe Terli warnt vor weiter steigender Waldbrandgefahr

  • dts
  • In UMWELT
  • 14. August 2026, 11:47 Uhr
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Hinweis auf Waldbrandgefahr (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Angesichts der aktuellen Wetterlage warnt der Meteorologe Özden Terli vor einer weiter steigenden Waldbrandgefahr. Die Grundbedingungen seien derzeit "extrem günstig für Waldbrände - nicht nur in Deutschland, sondern europaweit", sagte Terli der "Rheinischen Post" (Samstag).

Die Hitze spitze sich heute weiter zu, erklärte Terli. Das bedeute, dass immer mehr Feuchtigkeit verdunste und das Land weiter austrockne. Hinzu kämen die Strahlung der Sonne und Wind. Dass es bisher nicht gebrannt habe, sei eher Glück gewesen, oder vielleicht hätten Menschen einfach sehr darauf geachtet, was sie tun.

Auch in den kommenden Tagen rechnet der Meteorologe nicht mit einer schnellen Entspannung der Lage. Zwar stelle sich "die Wetterlage um und es wird unbeständiger" mit Schauern und Gewittern. Zugleich sagte Terli: "Die Böden sind allerdings bretthart trocken, viel einsickern wird zunächst einmal nicht. Es bräuchte langanhaltenden Regen, der nicht in Sicht ist."

Angesichts der Lage forderte Terli mehr Anstrengungen beim Klimaschutz. "Was wir jetzt erleben, sind die Versäumnisse beim Klimaschutz der vergangenen Jahrzehnte. Es passiert das, wovor Meteorologen, Klimawissenschaftler und Physiker seit Jahrzehnten warnen", sagte er. Es bräuchte einen massiven Wechsel, weg von fossilen Energieträgern. Wirtschaftlich günstiger und besser im Sinne der Gesundheit und Resilienz gegenüber Krisen wäre es allemal.

In Anbetracht der Waldbrandlage in Deutschland muss der Bund nach Ansicht der Grünen zügig ein Bundesprogramm zur Sanierung von jährlich 2.000 Feuerwehrwachen auflegen. Marcel Emmerich, innenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion, sagte der "Rheinischen Post": "Gerade kleinere Städte und Gemeinden dürfen mit diesen Investitionen nicht allein gelassen werden."

Diejenigen müssten gut aufgestellt sein, die im Ernstfall vor Ort ausrückten. "Der Bund muss Länder und Kommunen dabei unterstützen, ihre Feuerwehren und ihre Infrastruktur fit für die Herausforderungen der heutigen Zeit zu machen." Ohne starke Feuerwehren gebe es keinen starken Bevölkerungsschutz, so Emmerich. Laut Feuerwehrverband gibt es in Deutschland rund 24.000 Feuerwehrstandorte und Wachen. Vielfach herrscht ein erheblicher Sanierungsstau.

Die SPD schlägt unterdessen die Bildung einer "Bundesfeuerwehr" vor. Fraktionsvize Esra Limbacher sagte der "Rheinischen Post": "Ich halte es für sinnvoll, auch über eine Bundesfeuerwehr als Unterstützungseinheit nachzudenken, die bei großen Waldbränden zum Einsatz kommt."

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