Der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied sieht kaum Rettung der Ernte durch den jüngsten Wetterumschwung. Er forderte erneut Hilfen der Bundesregierung für die Landwirte.
Der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied, erwartet kaum eine Rettung der diesjährigen Ernte durch den jüngsten Wetterumschwung. "Die Rübe oder auch späte Gemüsekulturen wie Kohl profitieren vom Regen", sagte er am Dienstag den Sendern RTL und ntv. "Dort, wo die Trockenschäden - und das gibt es insbesondere in Baden-Württemberg und Bayern - stark ausgeprägt sind, beispielsweise beim Mais, da wird der Regen nichts mehr helfen"
Für die Herbstbestellung bräuchten die Landwirte dringend Regen, "damit die neuen Kulturen wie Wintergerste, Winterweizen, Raps, dann auch keimen und aufgehen", sagte Rukwied weiter. "Da bringt es auch was." Dort, wo das Grünland braun sei, sei der Regen dagegen "höchstwahrscheinlich zu spät".
Rukwied forderte erneut Hilfen der Bundesregierung für die Landwirtschaft: "Zum einen das Aufstocken der Düngemittelhilfe. Da hat die EU für Deutschland 60 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Das kann auf bis zu 180 Millionen aufgestockt werden, das erwarten wir." Zudem müsse die Auszahlung schon im September über die Berufsgenossenschaft erfolgen, sagte Rukwied RTL und ntv.
Darüber hinaus müssten die Landwirte auch bei den Treibstoffpreisen entlastet werden. Rukwied forderte "eine sofortige Reduktion bei der Besteuerung von Diesel, und zwar bis mindestens Ende November". Drittens sei es wichtig, dass die Direktzahlungen, also die EU-Mittel, bereits im Oktober ausgezahlt würden. Die kämen normalerweise Ende Dezember zu 80 Prozent. "Es muss aber auch sichergestellt sein, dass die restlichen 20 Prozent im Dezember kommen." Das brauchten die Betriebe, um insbesondere auch die nächste Ernte vorfinanzieren zu können. "Wir fangen ja jetzt schon an mit der Bodenbearbeitung und der Herbstaussaat."
