Weil sie weltweit im großen Stil mit Kreditkartendaten betrogen haben sollen hat die Generalstaatsanwaltschaft im rheinland-pfälzischen Koblenz Anklage gegen neun Beschuldigte erhoben.
Weil sie weltweit im großen Stil mit Kreditkartendaten betrogen haben sollen, hat die Generalstaatsanwaltschaft im rheinland-pfälzischen Koblenz Anklage gegen neun Beschuldigte erhoben. Sie sollen sich die Daten von mehr als drei Millionen Kreditkartenbesitzern aus 193 Ländern auf kriminelle Weise beschafft und einen dreistelligen Millionenschaden verursacht haben, wie die Behörde am Dienstag mitteilte.
Die acht Männer und eine Frau sollen demnach zwischen 2016 und 2021 Teil eines internationalen Netzwerks gewesen sein. Die Daten habe sich die Gruppe durch Phishing und Abofallen verschafft. Im Tatzeitraum sollen die Mitglieder der Gruppe mehr als 18 Millionen Abonnements über falsche Dating- und Pornoseiten generiert haben.
Diese seien bloß eine formale Grundlage für die Belastung der Kreditkarten gewesen, ohne dass die Betroffenen diese Seiten selbst nutzten. Weil sie nur kleine Beträge unter kryptischen Buchungstexten vom Konto abzogen, fielen die illegalen Transaktionen häufig nicht auf.
Den Schaden bezifferten die Ermittler auf mehr als 260 Millionen Euro. Die Gruppe soll versucht haben, noch weitere 750 Millionen Euro abzubuchen. Aus verschiedenen Gründen sei das aber gescheitert. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten neben bandenmäßigem Computerbetrug auch Geldwäsche, die Infiltration des deutschen Finanzsystems und die Schaffung eines Schattenfinanzwesens vor.
Drei von ihnen sollen als Vermittler dafür gesorgt haben, dass die vom Netzwerk genutzten Scheingesellschaften von den Zahlungsdienstleistern als Vertragspartner akzeptiert wurden. Ein vierter soll die betrügerischen Netzwerke unterstützt haben, indem er ihnen zeigte, worauf sie bei der erfolgreichen Anbahnung einer Geschäftsbeziehung mit Zahlungsdienstleistern achten müssen.
Die anderen fünf Beschuldigten sollen als leitende Mitarbeiter der Zahlungsdienstleister von den betrügerischen Abomodellen gewusst haben, dem Netzwerk aber trozdem Zugang zur Infrastruktur der deutschen Zahlungsdienstleister gegeben haben. Sechs Beschuldigte sitzen in Untersuchungshaft, ein weiterer soll aus Kanada ausgeliefert werden. Über die Eröffnung eines Hauptverfahrens entscheidet das Landgericht Koblenz.
ald
