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Studie: Klimawandel verursacht extreme Meerestemperaturen in Europa

  • dts
  • In UMWELT
  • 19. August 2026, 15:24 Uhr
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Strand am Mittelmeer, via dts Nachrichtenagentur

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London (dts Nachrichtenagentur) - Die hohen Meeresoberflächentemperaturen im Juli entlang der Nordküste Spaniens und der Westküste Frankreichs sowie im westlichen und im östlichen Mittelmeer wären ohne die von Menschen verursachte Erderhitzung "praktisch unmöglich" gewesen. Das zeigt eine neue Studie der Initiative "World Weather Attribution", an der Wissenschaftler aus der Schweiz, Schweden, den Vereinigten Staaten, Irland und dem Vereinigten Königreich beteiligt waren. Demnach wären die hohen Temperaturen in der Keltischen See und anderen Meeresbereichen um Großbritannien und Nordirland ohne den Klimawandel nur etwa einmal in hundert Jahren zu beobachten.

Im heutigen 1,4 Grad Celsius wärmeren Klima sind diese extremen Meeresoberflächentemperaturen allerdings keine Seltenheit mehr. Im westlichen Mittelmeerraum dürfte es nun im Schnitt alle fünf Jahre zu zweiwöchigen Zeiträumen kommen, in denen die Meeresoberflächentemperatur auf Werte wie in diesem Juli steigt. Im östlichen Mittelmeerraum ist damit sogar jährlich zu rechnen. Im Mittelmeer waren die Meeresoberflächentemperaturen im Juli um bis zu sechs Grad heißer als normal.

Extrem hohe Meeresoberflächentemperaturen können verheerende Folgen für marine Ökosysteme haben und bei Korallen, Schwämmen und Makroalgen zu einem Massensterben führen. Der Verlust solcher Grundpfeilerarten würde die Struktur und Funktion des gesamten Ökosystems verändern. Weiter unten in der Nahrungskette droht damit auch ein Massensterben bei Wirbellosen, Fischen, Seevögeln und Meeressäugern.

Die Meerestemperaturen können sich auch auf die menschliche Gesundheit auswirken. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hatte zudem vor einem erhöhten Risiko für durch Wasser übertragene Krankheiten wie Vibriose während anhaltender Hitzeperioden gewarnt.

Wärmere Meere in Küstenregionen führen zudem zu wärmerer Luft und erhöhter Luftfeuchtigkeit. Dadurch wird auch der Hitzestress für Küstenbewohner verschärft. Die erhöhte Verdunstung aus den warmen Meeren führt zudem zu einem höheren Feuchtigkeitsgehalt in der Atmosphäre, der später in der Saison zu intensiven Niederschlagsereignissen führen kann.

Eine Anpassung an steigende Meerestemperaturen könne zwar die Widerstandsfähigkeit teilweise erhöhen, aber die ökologischen Auswirkungen einer anhaltenden Erwärmung der Ozeane nicht vollständig ausgleichen, so die Wissenschaftler. Sie rufen dazu auf, die zusätzlichen Belastungen für marine Ökosysteme zu reduzieren, Lebensräume zu schützen und Frühwarnsysteme zu verbessern.

Die Ergebnisse der Studie zeigen für ein wärmeres Klima "Temperaturen, die über dem liegen, was viele heute in unseren Meeren lebende Arten vertragen können", schreiben die Forscher. "Daher ist ein rascher Ausstieg aus fossilen Brennstoffen unverzichtbar, um wichtige Ökosysteme, die Fischerei, die Nahrungsmittelproduktion und den Tourismus entlang der europäischen Küsten zu retten."

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