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Wolfsburg (dts Nachrichtenagentur) - Die IG-Metall-Vorsitzende und stellvertretende VW-Aufsichtsratsvorsitzende, Christiane Benner, sieht im Konflikt um Stellenstreichungen und Werksschließungen bei dem Autokonzern die Stuttgarter Volkswagen-Tochter Porsche als Vorbild. "Mitarbeiter der Marke VW reiben sich verwundert die Augen, was bei Porsche anscheinend noch möglich ist. Vielleicht lässt sich die Konzernführung in Wolfsburg ja inspirieren?", sagte Benner der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".
Bei Porsche haben sich Management und Betriebsrat Ende Juli auf den Abbau von weiteren 5.000 Arbeitsplätzen verständigt. Im Gegenzug schließt Porsche bis Mitte der 30er Jahre betriebsbedingte Kündigungen aus. Stattdessen soll der Abbau auf freiwilliger Basis und das Nichtnachbesetzen freiwerdender Stellen erreicht werden. Die Porsche-Vereinbarung sei zwar mit Stellenabbau verbunden, beinhalte aber auch eine Beschäftigungssicherung bis 2035. Über diese würden sich viele sicherlich freuen, sagte Benner mit Blick auf die VW-Belegschaft.
Volkswagen-Chef Oliver Blume plant ein umfangreiches Kostensenkungsprogramm. Dabei stehen laut "Handelsblatt" bis zu 50.000 weitere Arbeitsplätze und vier deutsche VW-Werke auf der Kippe. Benner bezeichnete die Abbaupläne Blumes als "beispiellosen Angriff auf die eigene Belegschaft". Fabriken in ohnehin strukturschwachen Regionen wie Emden und Zwickau würden zur Disposition gestellt. "Das ist Wahnsinn", sagte die Gewerkschafterin.
Zugleich zeigte sich Benner optimistisch, dass das VW-Werk in Osnabrück gerettet werden kann. Es soll vom israelischen Rüstungskonzern Rafael übernommen werden. Dagegen hat jedoch der VW-Großaktionär Qatar Bedenken angemeldet. Dennoch sei die Rettung der Fabrik "auf einem guten Weg", versicherte die IG-Metall-Chefin. "Wir werden hier eine für alle Seiten akzeptable Lösung finden."
