Zwei Kunstdiebe haben aus dem Wiener Museum für angewandte Kunst ein historisches Diamantcollier im Millionenwert gestohlen. Einer der Täter war bewaffnet, der andere schlug die Vitrine mit einem Hammer ein. Nach dem Duo wird international gefahndet.
Zwei Kunstdiebe haben am Donnerstag aus dem Museum für angewandte Kunst (MAK) in Wien ein weltberühmtes Diamantcollier im Millionenwert gestohlen. Einer der Männer war dabei nach Angaben der Polizei bewaffnet, der andere schlug mit einem Hammer die Vitrine ein. Die Täter waren am Freitag weiter auf der Flucht.
Die beiden unmaskierten Männer hatten am Donnerstagnachmittag Eintrittskarten gekauft und sich zunächst "wie normale Besucher" verhalten, wie eine Polizeisprecherin der Nachrichtenagentur APA sagte. Einer der Männer schlug demnach dann das Sicherheitsglas der Vitrine ein, während der andere eine mutmaßlich echte Waffe offen zeigte, um sich den Weg frei zu bahnen. Eingesetzt wurde die Waffe nicht.
Die Täter flüchteten zu Fuß in Richtung Stadtpark, wo sich ihre Spur verlor. Nach ihnen wird national und international gefahndet. Die Polizei wertete Aufnahmen aus Überwachungskameras im Museum und in der Umgebung aus und ermittelt wegen räuberischen Diebstahls.
Das MAK bestätigte den Diebstahl, erklärte jedoch, "dass wir zu den laufenden Ermittlungen und weiteren Ermittlungsschritten derzeit keine Auskünfte geben können."
Bei der Beute handelt es sich um ein 1939 vom Pariser Juwelier Van Cleef & Arpels gefertigtes Collier der ägyptischen Königin Nazli. Das Schmuckstück aus Platin ist mit 673 Edelsteinen von insgesamt 200 Karat besetzt. Auf der Internetseite von Van Cleef & Arpels wird das Collier als "Triumph des weißen Schmucks" beschrieben. Zu dem Diebstahl äußerte sich das Unternehmen zunächst nicht.
Nazli trug es bei der Hochzeit ihrer Tochter Fawzia mit dem späteren iranischen Schah Mohammad Reza Pahlavi. Bei einer Sotheby's-Auktion in New York erzielte das Collier im Jahr 2015 laut APA 4,3 Millionen Dollar, damals rund 3,7 Millionen Euro.
Das Schmuckstück war Teil der MAK-Ausstellung "Glanzstücke" mit rund 500 Exponaten. Obwohl das Museum zunächst angekündigt hatte, die Ausstellung bis auf weiteres zu schließen, war der Raum wenig später wieder geöffnet. Wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete, war die zertrümmerte Vitrine mit einer blauen Platte abgedeckt.
Der Coup reiht sich in eine Serie spektakulärer Kunstdiebstähle in Europa ein. Erst am Donnerstag war aus einem Museum im spanischen Villena fast der gesamte bedeutende Goldschatz aus der Bronzezeit gestohlen worden.
Mitte August wurden auf Sizilien vier Werke des Renaissance-Malers Antonello da Messina entwendet. Im Oktober 2025 erbeuteten Diebe aus dem Pariser Louvre Teile der französischen Kronjuwelen im materiellen Wert von rund 88 Millionen Euro.
