Einen Tag nach dem tödlichen Fährunglück vor der Küste Nordzyperns haben Rettungskräfte am Montag weiter nach 18 Vermissten gesucht. Ein Richter erließ Haftbefehl gegen den Kapitän und acht weitere Menschen.
Einen Tag nach dem tödlichen Fährunglück vor der Küste Nordzyperns haben Rettungskräfte am Montag weiter nach 18 Vermissten gesucht. Ein Richter erließ Haftbefehl gegen den Kapitän und acht weitere Menschen, wie die amtliche Nachrichtenagentur TAK meldete. In der Türkischen Republik Nordzypern begann eine dreitägige Staatstrauer.
Die Fähre mit 267 Menschen an Bord war nach Behördenangaben am Sonntag aus zunächst ungeklärter Ursache gekentert und gesunken. 241 Menschen wurden gerettet. Mindestens acht Menschen kamen ums Leben. Zur Nationalität der Toten und Vermissten lagen vorerst keine Angaben vor.
Passagiere hatten von einer Explosion an Bord berichtet. Augenzeugen zufolge drang etwa 25 Minuten nach der Abfahrt vom nordzyprischen Hafen Kyrenia Wasser ins Schiff ein, ohne dass die Besatzung reagierte. Fernsehbilder zeigten das gekenterte Schiff und zahlreiche Passagiere in Rettungswesten auf dem Rumpf. Überlebende klagten über zu wenige Rettungswesten. Der Fahrtenschreiber der Fähre soll nun ausgewertet werden, um die Unglücksursache zu ermitteln.
Zypern ist seit 1974 geteilt. Die Türkei ist der einzige Staat, der die 1983 ausgerufene Türkische Republik Nordzypern anerkennt. Die griechischsprachige Republik Zypern im südlichen Teil der Insel ist seit 2004 EU-Mitglied.
