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Münster (dts Nachrichtenagentur) - Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Münster hat den Zusammenhang zwischen Wasserstand, Temperatur und CO2-Freisetzung in Mooren untersucht. Wie die Universität am Mittwoch mitteilte, zeigt die im Fachjournal "Nature Communications" veröffentlichte Studie: Je tiefer der Wasserstand liegt, desto stärker reagieren die CO2-Emissionen auf steigende Temperaturen. Ein höherer Wasserstand kann diesen Effekt demnach abschwächen.
Für die Analyse nutzten die Wissenschaftler den bislang größten Datensatz zu jährlichen CO2-Budgets von Mooren. Er umfasst 276 Standort-Jahre von 114 Mooren in gemäßigten und borealen Regionen, darunter Deutschland, Estland, Frankreich, Großbritannien und Nordamerika. Untersucht wurden natürliche Nieder- und Hochmoore sowie landwirtschaftlich genutzte Flächen, Grasland und ehemalige Torfabbauflächen. Da die Zusammenhänge nicht linear sind, setzten die Forscher Methoden des maschinellen Lernens ein.
Die Auswertung zeigt, dass die CO2-Freisetzung deutlich sinkt, wenn der Wasserstand von sehr niedrigen Werten auf weniger als 60 bis 75 Zentimeter unter der Mooroberfläche angehoben wird. Den stärksten Effekt erzielen Wasserstände von mindestens 20 Zentimetern unter der Oberfläche. Bei tiefen Wasserständen fällt die CO2-Freisetzung bei höheren Temperaturen deutlich stärker aus. Ein zweiter Datensatz mit täglichen Messungen aus 113 Standort-Jahren bestätigte diese Beobachtung. Der Erstautor Nicolas Behrens erklärte, die Bedeutung des Wasserstands könne nicht unabhängig von der Temperatur betrachtet werden. Die Wiedervernässung entwässerter Moore dürfte mit fortschreitender Erwärmung noch wichtiger werden, um die temperaturbedingte Zunahme der CO2-Emissionen zu bremsen. In die Studie flossen ausschließlich CO2-Daten ein; andere Treibhausgase wie Methan und Lachgas wurden nicht berücksichtigt.
