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Die Grünen unterstützen die geplante schärfere EU-Regulierung der Funktionsweise von Social-Media-Plattformen für Minderjährige. Die EU-Kommission gehe mit dem EU Kids Act "einen wichtigen Schritt", sagte Ko-Parteichefin Franziska Brantner am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Soziale Medien müssten sichere Orte für Kinder und Jugendliche werden. "Deshalb begrüße ich die Vorschläge ausdrücklich."
Dabei gehe es nicht darum, das Internet für Kinder zu verbieten, betonte Brantner. Vielmehr müssten die Geschäftsmodelle und Algorithmen der Plattformen besser reguliert werden. "Suchtverstärkende Empfehlungssysteme, endloses Scrollen und Empörungsschleifen sind nicht im Interesse von Kindern und Jugendlichen." Sie dienten vor allem "der Maximierung von Aufmerksamkeit und Werbeeinnahmen".
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte am Mittwoch unter anderem vorgeschlagen, Social-Media-Plattformen für Kinder unter 13 Jahren zu verbieten. Jetzt legte die Kommission weitere Details vor. Demnach soll die Funktionsweise der Plattformen für alle Minderjährigen grundlegend geändert werden. So soll verhindert werden, dass die Plattformen Jugendliche abhängig machen. Für Jugendliche unter 18 Jahren soll es kein endloses Scrollen, keine Nachrichten von Fremden und nachts keine Benachrichtigungen mehr geben.
Social-Media-Plattformen, aber auch Onlinespiele sollen für Jugendliche zudem künftig anders aussehen. Süchtig machende Algorithmen sollen abgestellt werden, stattdessen sollen Jugendliche selbst entscheiden können, was ihnen angezeigt wird. Die Profile aller Jugendlichen unter 18 Jahren sollen standardmäßig privat eingestellt sein, ohne Zugriff auf KI-Chatbots, den Standort, die Kamera oder das Mikrofon. Ab 15 Jahren können Jugendliche diese Funktionen aber selbstständig aktivieren.
"Wir brauchen digitale Angebote, die den Menschen dienen und nicht den Geschäftsinteressen weniger Tech-Konzerne", betonte Grünen-Chefin Brantner. Dazu gehörten wirksame Altersgrenzen und Schutzkonzepte, "aber vor allem klare Regeln für Algorithmen und datengetriebenes Targeting".
Der EU Kids Act könne dabei auch Raum für bessere, europäische soziale Netzwerke schaffen. "Kinder und Jugendliche sollen digitale Angebote weiter nutzen, sich informieren und miteinander kommunizieren können. Aber ihre Gesundheit, ihre Privatsphäre und ihre Selbstbestimmung müssen wichtiger sein als die Frage, wie lange sie auf einer Plattform bleiben."