Spanien

Ceuta-Krise: An Stränden ausharrende Migranten in Zeltlager gebracht

  • AFP
  • In POLITIK
  • 18. September 2026, 15:30 Uhr
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Lager für Migranten in Ceuta Bild: AFP

Nach dem Massenandrang von Migranten in der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika hat die Polizei rund 1700 an Stränden ausharrende Migranten in ein Zeltlager gebracht. Dabei kam es zu chaotischen Szenen.

Nach dem Massenandrang von Migranten in der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika hat die Polizei rund 1700 an Stränden ausharrende Migranten in ein Zeltlager gebracht. Nach Beginn des Einsatzes am frühen Freitagmorgen waren gegen Mittag alle verfügbaren Plätze in den am Hafen errichten Notunterkünften vergeben, wie ein Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP sagte. "Der Einsatz ist beendet."

Bei der Aktion kam es zu Gedränge und chaotischen Szenen, als Migranten in Richtung des Zeltlagers rannten, wie Fernsehbilder zeigten. Polizisten in Schutzmontur versuchten, der Lage Herr zu werden. Spanische Medien berichteten, dass sich auch nach dem Einsatz tausende Migranten an Ceutas Stränden aufhielten, weil es nicht ausreichend Flüchtlingsunterkünfte gibt.

Ende Juli waren mehr als 70.000 Menschen zu Fuß oder schwimmend aus Marokko nach Ceuta gelangt. Nach spanischen Angaben gab es bei dem Andrang dutzende Tote. Die meisten Migranten kehrten kurz danach zurück oder wurden zurückgebracht, tausende Migranten harren aber weiterhin in Ceuta aus.

Viele von ihnen leben seit Wochen unter prekären Bedingungen in Zelten oder selbst errichteten Behelfsunterkünften an den Stränden von Ceuta. Immer wieder kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Der Bevölkerung ist das ein Dorn im Auge, sie beklagt bei nahezu täglichen Protesten wachsende Unsicherheit und fordert eine Rückkehr zur Normalität.

Die spanische Regierung errichtete daher ein Lager mit großen Zelten am Hafen von Ceuta. Damit gibt es inzwischen in Flüchtlingsunterkünften in Ceuta Platz für 6000 Menschen. Allerdings schätzt die Regionalregierung, dass sich noch rund 13.000 Migranten in der nur 18 Quadratkilometer großen Exklave aufhalten. Die Zentralregierung in Madrid spricht von weniger Migranten.

Wegen der Ceuta-Krise ist die Minderheitsregierung des Sozialisten Pedro Sánchez in Madrid massiv unter Druck geraten. Die konservative und ultrarechte Opposition wirft der Regierung Versagen vor.

Auch nach dem Einsatz vom Freitag kam scharfe Kritik. Der Chef der konservativen Volkspartei (PP), Alberto Núñez Feijóo, sprach von "totalem Chaos" in Ceuta. Die Sánchez-Regierung sei nicht in der Lage, die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten.

Der Chef der radikal rechten Partei Vox, Santiago Abascal, veröffentlichte im Kurzbotschaftendienst X ein Video von rennenden Migranten. "So sollten sie abhauen. Rennend. Und zwar so schnell wie möglich."

Die spanische Regierung will zwar die Rückführung der Migranten beschleunigen. Allerdings muss laut Gesetz in jedem Einzelfall geprüft werden, ob ein Migrant Anspruch auf Asyl haben könnte.

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