Die Unternehmen im Bauhauptgewerbe haben im September deutlich weniger Aufträge erhalten: Im Vergleich zum Vormonat sank der Auftragseingang um 9,2 Prozent. Im Mai und Juni war der Auftragseingang noch ordentlich gestiegen.
Die Unternehmen im Bauhauptgewerbe haben im Juli deutlich weniger Aufträge erhalten: Im Vergleich zum Vormonat sank der Auftragseingang um 9,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Im Mai und Juni war der Auftragseingang noch ordentlich gestiegen. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lag der Wert denn auch um 2,7 Prozent höher als in den drei Monaten zuvor.
Es gibt aber große Unterschiede zwischen dem Hoch- und dem Tiefbau: Im Dreimonatsvergleich ging der Auftragseingang für den Hochbau inklusive des Wohnungsbaus um 2,7 Prozent zurück, wie das Statistikamt weiter mitteilte. Im Tiefbau dagegen legten die Aufträge um 7,6 Prozent zu. Auch der am Donnerstag veröffentlichte Geschäftsklimaindex des Ifo-Instituts hatte gezeigt, dass der Tiefbau besser als der Hochbau läuft.
"Der Wohnungsbau kommt weiter nicht voran", erklärte der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB). "Solange Bauherren nicht wissen, mit welcher Förderung sie künftig rechnen können, bleibt der Wohnungsbau das Sorgenkind der Branche." Demnach läuft die Förderung für energieeffiziente Neubauten Ende 2026 aus und für 2027 stünden Kürzungen beim Neubauetat im Raum.
Auch die Aufträge im gewerblichen Hochbau gingen laut ZDB zurück. Das spreche dafür, dass die Investitionszurückhaltung der Unternehmen anhalte.
Stabilisierend wirke der öffentliche Bau. Der Zuwachs gehe allerdings zu einem guten Teil auf einzelne Großprojekte zurück, erklärte der ZDB. "In der Breite kommen die Mittel aus dem Infrastruktur-Sondervermögen bislang jedoch kaum an", kritisierte der Verband. Die Mittel müssten "verbindlich zusätzlich zu den regulären Investitionshaushalten fließen und nicht bestehende Haushaltslücken schließen", forderte er.
Der Umsatz im Bauhauptgewerbe stieg im Juli laut Statistikamt im Vorjahresvergleich um 9,4 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro. Preisbereinigt betrug der Anstieg 4,6 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe stieg im Juli um 1,5 Prozent im Vergleich zum Juli 2025 auf rund 545.000.
