Waldbrände im indonesischen Teil der Insel Borneo bringen vom Aussterben bedrohte Affenspezies wie Orang-Utans und mehrere Gibbon-Arten weiter in Bedrängnis.
Waldbrände im indonesischen Teil der Insel Borneo bringen vom Aussterben bedrohte Affenspezies wie Orang-Utans und mehrere Gibbon-Arten derzeit zusätzlich in Bedrängnis. Feuer und Rauch hätten "messbare physiologische, verhaltensbezogene und ökologische Auswirkungen auf Orang-Utans", berichtete die Weltnaturschutzunion (IUCN) am Samstag. Das indonesische Forstministerium erklärte, es seien 100 Tiere aus den betroffenen Gebieten gerettet worden, darunter 53 Orang-Utans.
Die Orang-Utans fräßen zwar mehr, wenn sie Rauch ausgesetzt seien, erklärte die IUCN. Dennoch zeigten die Affen Anzeichen von Fettabbau, was auf einen erhöhten Energiebedarf in Folge eines stärker beanspruchten Immunsystems hindeute.
Betroffen seien auch fünf Gibbon-Arten auf Sumatra und Borneo. "Gibbons atmen dieselbe verrauchte Luft ein wie die Menschen in ihrer Umgebung. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass sie ähnliche Schäden an den Atemwegen erleiden", erklärte die Naturschutzunion.
Naturschützer forderten die Regierung auf, präventive Maßnahmen zu ergreifen, um die seltenen Affen zu schützen. "Auf die Notfallmaßnahmen müssen dauerhafte Investitionen zur Verhinderung künftiger Brände folgen", erklärte Ronna Saab von der Tierschutzorganisation Forina. Zu den Maßnahmen gehörten die Wiedervernässung von Torfgebieten und Regelungen, nach denen abgebranntes Land im Anschluss nicht in Siedlungsgebiet umgewandelt werden dürfe.
Indonesien kämpft seit Wochen gegen verheerende Waldbrände auf den Inseln Sumatra und Borneo. Der Rauch der Feuer auf Borneo zieht dabei bis nach Malaysia und Singapur. In den Waldbrandgebieten lebt rund die Hälfte der Orang-Utan-Populationen auf Borneo. Die indonesische Regierung gibt die zwischen Januar und Juli verbrannte Fläche mit 202.000 Hektar an. Umweltschützer gehen von einem noch weitaus größeren Gebiet aus.
